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Bezüglich des letzten Eintrags…

@Ran und Yu-chan:
Nun, es war durchaus ein interessanter Abend, allerdings werde ich das in folgendem Eintrag wohl noch toppen können. Denn Überraschungen hat Ran mir wirklich einige bereitet. Der Abend hat mir im ersten Moment zwar gut getan, weil er mich für ein paar Stunden mal aus den trüben Gedanken geholt hat, aber unterm Strich hat er die Sehnsucht nach Brad nur noch verstärkt…

Wie bereits im letzten Eintrag angekündigt, habe ich mit Ran noch einmal über unseren gemeinsamen Diskoabend geredet. Denn was ich dort gesehen und gehört hatte, gab mir doch zu denken und schürte meine Neugierde. So machten wir es uns am Dienstagabend bei mir im Zimmer gemütlich, da Ken und Omi sich unbedingt einen Film ansehen wollten, der uns beide überhaupt nicht interessierte.

Unser Gespräch begann wie so ziemlich jedes in den letzten Wochen - nämlich mit dem verzweifelten Versuch, einen Ausweg aus der momentanen Situation zu finden. Denn Brads Anrufe sind wenn möglich noch seltener geworden, so dass zu der momentanen Frustration auch noch die immer größer werdende Sorge um ihn kommt. Ich bin wirklich froh, dass ich das alles nicht alleine mit mir herumschleppen muss, sondern bei Ran ein offenes Ohr finde. Er ist in den letzten Wochen zu meiner wichtigsten Stütze geworden, die mich davor bewahrt einfach durchzudrehen. Denn auch wenn es vielleicht manchmal so rüberkommt, als könnte ich sehr wohl ohne Brad klarkommen und mich nachts mit Ran in der Disko vergnügen, so ist das nur der verzweifelte Versuch die ganze verfahrene Situation mal für ein paar Stunden zu verdrängen. Denn in den Zeiten, die ich alleine grübelnd oder einfach nur gefrustet in meinem Zimmer verbringe, rauben mir langsam aber beständig den Verstand. Ich bin schon so weit, dass ich hoffe, Brad käme einfach nachts mal durchs Fenster eingestiegen. Gott, bin ich verzweifelt.

Nachdem wir aber auch dieses Mal zu keinen neuen Erkenntnissen kamen, beschloss ich, dass es Zeit für einen Themenwechsel war und fragte Ran geradeheraus, was ihn da am Donnerstagabend bitte geritten habe. Nicht, dass ich ihm einen Vorwurf aus seinem Verhalten gemacht hätte, aber dass er mich ordentlich geschockt hatte, musste ich schon zugeben. Denn früher hätte Ran niemals so über sich selbst geredet oder auch nur überhaupt zugelassen, dass jemand mitbekam, dass er durchaus auch anders sein konnte.
Seiner Erklärung nach resultierte seine Offenheit aus der recht einfachen Tatsache, dass wir mittlerweile so gute Freunde geworden sind und dazu auch noch momentan die gleichen Probleme haben. Was ja durchaus plausibel ist, denn mir geht es ja nicht anders. Ich hätte noch vor einem guten halben Jahr jeden verrückt erklärt, der mir erzählt hätte, dass Ran einmal ein so wichtiger Mensch in meinem Leben werden würde. Nicht, dass er früher unwichtig gewesen wäre, aber die Art der Wichtigkeit hat sich geändert.
Jedenfalls nahm ich diese Erklärung hin und kann daran auch nur Positives finden. Es ist schön zu wissen, dass auch ich ihm ein wenig helfen kann und er dies auch zulässt.

Als wir also so über jenen Abend sprachen, beschloss ich auch meiner Neugierde nachzugeben und Ran mal ein wenig über seine erwähnten One-Night-Stands auszufragen. Denn dass er solche gehabt hatte, ist wohl niemanden hier aufgefallen. Er gab auch erstaunlich schnell nach und schilderte mir dann recht ausführlich sämtliche Frauen und Männer, mit denen er mal eine Nacht verbracht hatte. Wobei ich auch allerhand darüber erfuhr, WIE es dabei zur Sache gegangen war. An dieser Stelle musste ich innerlich dann doch grinsen, auch wenn ich eher damit beschäftigt war, die Überraschung zu verarbeiten. Denn so brav und unverdorben wie mein guter Freund tagsüber und nach außen hin immer wirkt, ist er gar nicht. Als er jedoch zugab, manchmal auf Fesselspielchen zu stehen, war ich doch erstmal recht platt.
Im Nachhinein muss ich jetzt allerdings sagen, dass das alles ja gar nicht so schrecklich ungewöhnlich ist. Aber der Gedanke daran, wie sich der ehemals so kalte Leader an ein Bett gefesselt vor Lust räkelte, war einfach so abstrus, dass ich das erstmal verdauen musste. Zumal es nicht bei ein paar wenigen One-Nights-Stands geblieben war. Da haben sich einige angesammelt, wie ich seinen Erzählungen entnehmen konnte und ich habe mich ernsthaft gefragt, wie DAS nie jemand gemerkt hat.
Andererseits hatte früher auch niemand groß nachgefragt, falls Ran mal müde wirkte, was bei ihm ohnehin selten war. Seine Selbstbeherrschung ist wirklich überdurchschnittlich, wenn es darum geht, etwas vor anderen zu verbergen.

Allerdings brannte mir noch die Frage auf der Zunge, ob ich ihn dann nicht mit dem Kerl in der Disko hätte alleine lassen sollen. Ich war ja der Annahme, dass er nur aufgrund des übermäßigen Alkoholgenuss’ und seiner Frustration mit diesem Typ rumgemacht hatte. Nachdem ich nun aber seine Erzählungen gehört hatte, war ich mir nicht mehr so sicher, ob ich ihm damit einen Gefallen getan hatte. Denn auch wenn er sich nach Schuldig sehnt, so haben die beiden, zumindest noch, keine feste Beziehung.
Als Antwort legte er mir zuckersüß lächelnd eine Hand auf mein Knie und meinte, dass ich es ja nicht hätte besser wissen können und dass er Schuldig zwar liebte, ihn dies aber nicht daran hindere auch anderweitig Sex zu haben.

Nach dieser Erklärung stand ich wortlos auf und holte mir einen Whiskey, ehe ich mich wieder neben ihn setzte. Meine Herren, als ob die Aussage an sich nicht schon untypisch genug gewesen wäre… aber dann dazu dieses Lächeln, das mich demnächst wohl noch in den Wahnsinn treiben wird! Zumindest kam es mir in dem Moment so vor. Gott, wie naiv war ich eigentlich gewesen all die Zeit? Ich habe zwar auch nie groß darüber nachgedacht, aber solche Stories habe ich dann wirklich nicht erwartet. Jedenfalls habe ich in Gedanken ganz schön oft den Kopf über Ran und auch mich selbst geschüttelt. Schätze, ich habe wieder etwas über ihn gelernt… und mich mittlerweile auch halbwegs an diese Gedanken gewöhnt. Gestern Abend jedoch war ich wirklich platt und habe auch nur noch am Rande mitbekommen, dass Ran irgendwann in sein Zimmer gegangen ist.

Heute Morgen bin ich dann vollkommen untypischerweise aufgestanden und habe Ran und Ken bei ihrer Frühschicht geholfen. Denn der Schlaf bringt mir momentan eher Erschöpfung als Erholung, so dass ich es dann doch vorziehe, die Zeit mit jemandem zu verbringen und sei es im Laden.
Ansonsten ist den Tag über nichts Erwähnenswertes passiert, wenn man davon absieht, dass ich nach wie vor auf einen Anruf hoffe. Denn ich glaube kaum, dass Kritiker mein Handy angezapft hat und verstehe deshalb auch nicht ganz, warum Brads Anrufe beinahe gänzlich ausbleiben in letzter Zeit…
16.5.07 18:57


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Etwas anderer Frustabbau…

@Yu und Ran:
Danke für euer Mitgefühl und die Besserungswünsche. Meinen Fingern geht’s wieder gut und auch bei Ran scheint alles wieder in Ordnung zu sein. Warum Kritiker sich allerdings so verhalten, wissen wir nicht, da wir Omi schlecht um Recherche bitten können… Die ganze Situation ist wirklich nicht mehr feierlich und von dem ständigen Herumsitzen zu Hause wird es auch nicht besser.

Dies brachte mich auf die Idee, mit Ran mal richtig einen drauf zu machen abends. Ich kenne zwar Rans Einstellung zu solchen verqualmten Läden, aber ich kenne wirklich genug Diskos und weiß, in welcher es mit dem Rauch nicht ganz so schlimm ist. Jedenfalls bin ich gestern Abend gleich zu ihm und hab ihm den Vorschlag unterbreitet und war auch bereit, wo anders hinzugehen oder alleine zu gehen, falls ihm das nicht zusagen sollte. Umso überraschter war ich, als er sofort zugesagt hat und das ohne jegliche Einschränkung. Nun, mir war es recht, weil ich musste wirklich dringend mal raus, auch wenn mein Beweggrund ein etwas anderer als noch vor einem Jahr war. Was ich suchte war kein One-Night-Stand, sondern einfach etwas Zerstreuung und Spaß. Und beides habe ich bekommen… wenn auch anders, als ich mir vielleicht vorgestellt hatte.

Also warfen wir uns am Abend in Schale, wobei Ran mich bereits zum zweiten Mal überraschte, als er in einem wirklich heißen Outfit den Kopf zu meiner Tür hereinsteckte um zu sehen ob ich fertig sei. Also Leder an Ran hat definitiv was… irgendwie wirkte das schon so verrucht… Ich trug meine tiefsitzende schwarze Lieblingshose und kombinierte sie mit einem neuen Shirt, das über die gesamte Rückenpartie nur Netzstoff aufwies.
Kurz darauf fuhr Ran uns dann zu der Disko, die ich für den heutigen Abend auserkoren hatte. Ein Laden für Homosexuelle versteht sich, weil wir beide sicherlich keine Lust darauf hatten, ständig von irgendwelchen Weibern angeflirtet zu werden.

Zu Beginn machten wir es uns an der Bar gemütlich und tranken erstmal was, ehe wir uns auf die Tanzfläche begeben wollten. Dabei wie immer gemütlich eine rauchend musterte ich die bereits tanzende Menge und seufzte innerlich, weil ich so gern auch mal mit Brad in eine Disko will. Allerdings wollte ich ja nicht in Gedanken versinken, sondern mich um ein wenig gute Laune bemühen. Völlig überrumpelt hat mich jedoch Ran, als er sich nach dem ersten Drink meine Kippe klaute und auf der Tanzfläche verschwand.
Ran und Rauchen? Zwei Wörter, die ich niemals in einem Satz gebraucht hatte. Und doch war es so - mein guter Freund war gefrustet genug um eine Zigarette zu rauchen, MEINE Zigarette wie ich anmerken will. Aber ich war zu perplex um sie mir wieder zu holen und mischte mich einige Minuten später ebenfalls unter die Tanzenden.
Und beim Tanzen wurde mir erst wieder bewusst, wie sehr ich körperliche Nähe vermisse. Hätte ich nicht Brad, ich hätte vermutlich mit beinahe jedem herumgemacht. Es wäre mir so egal gewesen, so lange ich nicht alleine gewesen wäre. Aber so weit habe ich es nicht kommen lassen, denn eigentlich sehne ich mich nur nach der Nähe einer gewissen Person - und nicht nach Fremden.

Da das Tanzen sowieso meine größte Leidenschaft ist, habe ich erst gar nicht mitbekommen, dass Ran völlig aus sich herausging und förmlich an seinen Tanzpartnern klebte. Auch hat er im Laufe des Abends einiges an Alkohol in sich hineingeschüttet, zumindest schließe ich das aus seinem Verhalten. Denn je später es wurde, desto redseliger wurde er und erzählte mir lautstark, damit ich überhaupt etwas verstand, was ihn gerade so alles ankotzte. Und das war so einiges und deckte sich auch ziemlich mit meinen Bedürfnissen. Um es auf den Punkt zu bringen: Wir wollen beide Sex. Und zwar eigentlich nicht wahllos, aber Kritiker hat uns ja momentan sämtliche Möglichkeiten genommen. Jedenfalls war Ran völlig gelöst und klaute mir immer mal wieder eine Zigarette während wir uns unterhielten oder auch mal gemeinsam tanzten. Eigentlich hätte ich ja auch gute Lust gehabt, mich so richtig voll laufen zu lassen, aber als mir klar wurde, dass Ran bereits mehr als nur angetrunken war, habe ich meinen eigenen Alkoholgenuss etwas eingeschränkt. Was nicht heißen soll, dass ich nüchtern gewesen wäre.
Aber ich war noch geistesgegenwärtig genug um Ran aus einer Ecke herauszuziehen, in der er mit irgendeinem Kerl herumknutschte. Denn das war etwas, das er niemals machen würde, wenn er nicht wirklich sturzbetrunken war. Und so schleppte ich uns zwei zum nächsten Taxi und sah zu, dass wir nach Hause kamen. Ein bisschen Spaß schön und gut, und ich weiß auch, dass Ran nicht offiziell vergeben ist, aber DAS war trotzdem falsch. Und ich denke, dass er mir nicht wirklich böse darüber war, dass ich ihn da weggezogen habe.

Mein Weltbild jedenfalls ist letzte Nacht wie ein Kartenhaus in sich zusammen gebrochen. Alkohol, Zigaretten und Sex. Drei Dinge, die man nur schwerlich mit Ran assoziiert, wenn man ihn so im alltäglichen Leben sieht. Und doch habe ich es mit eigenen Augen gesehen und seinen Erzählungen von One-Night-Stands mit eigenen Ohren gelauscht.
Ich schätze, ich habe wieder etwas über ihn gelernt… Auch wenn ich dieses extreme Verhalten auf die momentane Situation zurückführe.

Jedenfalls habe ich uns heil nach Hause und ins Bett gebracht und habe erst mal bis heute Mittag durchgeschlafen nach dieser Nacht. Zu der Müdigkeit durch das Tanzen kam auch noch das Verdauen dieses Schocks und so ließ ich heute nicht nur das Frühstück sondern auch gleich das Mittagessen ausfallen, ehe ich wieder unter die Lebenden zurückkehrte.
Im Gegensatz zu Ran, der nach nur 3 Stunden Schlaf bereits wieder aufgestanden ist und seine Frühschicht absolviert hat. Der Mann macht mich irgendwann nervlich noch fertig. Ich konnte heute nur den Kopf über ihn schütteln, was mir jedes Mal ein Grinsen von ihm einbrachte. Ich glaube über diese Nacht werden wir beide nochmal reden…

Denn trotz allen Schocks und Weltbildzusammenbrüchen: es war ein dringend nötiger und soweit auch toller Abend und vor allem war es weniger schmerzhaft, als wenn wir im Training wieder aneinander geraten wären. Allerdings reicht es uns beiden so langsam wirklich und ich glaube es fehlt nicht mehr viel und wir hauen mal ein paar Leuten von Kritiker aufs Dach.
11.5.07 19:57


Frustabbau...

So viel also dazu, dass ich mich bei einem 10-Tags-Rhythmus eingependelt habe. Der letzte Eintrag ist nun fast schon einen Monat alt und die Situation hat sich kaum geändert. Aber das was sich geändert hat, ist negativ.

Um es mal ganz klar auszudrücken: DIESE BESCHISSENE SITUATION KOTZT MICH TOTAL AN!!!
Das musste jetzt mal sein… Ich weiß nämlich so langsam nicht mehr, wie ich mich von meinem Frust ablenken soll.

Fassen wir zusammen:
Ich hasse Kritiker.
Ich habe Brad seit über einem Monat (!) nicht mehr gesehen.
Wir telefonieren auch nur noch recht selten und wenn dann mal ziemlich kurz über Handy.
Ich habe mit Ran mittlerweile so viel trainiert, dass wir beide über unsere Form von letzten Sommer hinaus sind. Wir haben einfach zu viel Zeit und sind frustriert.
Und obwohl wir uns nun wirklich seit einem Monat total unauffällig verhalten, scheint Kritiker es sich zum Ziel gemacht zu haben, uns für den Rest unseres Lebens zu beobachten.
Die Bewachung wurde zwar, zumindest glauben wir das, wieder etwas gelockert, aber die Organisation scheint trotzdem noch auf der Hut zu sein.

UND DAS ALLES MACHT MICH TOTAL FERTIG!

Wenn es was helfen würde, würde ich jetzt mit dem Kopf gegen die Wand rennen…
Aber immerhin kann ich mir meinen Frust hier mal ein wenig von der Seele tippen, da ich meinen seelischen Müll nicht immer nur bei Ran abladen kann und will. Ihm geht es schließlich mehr oder weniger genauso.
Aber zumindest verstehen wir zwei uns besser denn je. So etwas schweißt eben doch zusammen… auch wenn es mir anders ehrlich gesagt lieber wäre…

Wir versuchen uns beide abzulenken indem wir arbeiten oder eben trainieren und Ran macht ja nebenher noch fast den gesamten Haushalt alleine. Seine äußerliche Ruhe ist wirklich bewundernswert, denn wenn ich es nicht aus unseren Gesprächen besser wüsste, dann würde ich kaum glauben, dass er genauso frustriert ist wie ich.

Aber dafür habe ich vor knapp 2 Wochen ein eindrucksvolles Beispiel bekommen, das auch erklärt, warum ich so lange nichts geschrieben habe: Ich konnte schlicht und ergreifend nicht tippen. Und Ran ebenso wenig, oder wenn dann nur schwerlich.
Es war am Sonntagabend und wir hatten uns wiedermal im Trainingsraum verschanzt. Der ganze Tag war irgendwie verkorkst, weil eigentlich hatte Brad mich mittags anrufen wollen und tat es dann doch nicht und Ran hatte wohl nicht sonderlich gut geschlafen. Jedenfalls kam es in unserem Übungskampf dazu, dass wir unsere Beherrschung (die man in solchen Kämpfen durchaus braucht) einfach verloren haben und uns gegenseitig ziemlich vermöbelt haben. In dem Moment verschwendete niemand mehr einen Gedanken an Rücksicht oder dergleichen und es war uns auch beiden egal. Uns lag der Frust und die Wut schon länger auf der Seele und in diesem Kampf hat sich das Ganze dann einen Weg nach draußen gesucht. Was im ersten Moment auch ein befreiendes Gefühl war. Trotz der Blessuren ging es uns zumindest kurzzeitig wieder besser. Zumindest seelisch. Denn körperlich sah die Bilanz so aus, dass Ran sich beide Handgelenke, das eine mehr, das andere weniger, verstaucht hatte und ich drei Finger meiner rechten Hand angeknackst hatte. Alles inklusive ein paar Prellungen und blauen Flecken versteht sich.
Naja, zum Arzt wollte erstmal keiner, im ersten Moment erschien das alles auch nur halb so wild und außerdem war Sonntag. Als meine Finger am Montag allerdings immer mehr statt weniger geschmerzt haben, wurde ich von Ran kurzerhand zum Arzt geschleift, der die Hand auch gleich geröntgt hat und meine Finger plus Hand schön dick eingepackt hat.
Man kann sich meine Begeisterung wohl vorstellen…
Wir waren jedenfalls beide lädiert und ich hatte keine große Lust das Ganze mit der linken Hand zu tippen, zumal auch diese ein wenig wehtat, auch wenn dort nichts weiter zu erkennen war.
Nun, gestern wurde der Verband wieder abgemacht und ich muss nur noch stundenweise so seltsame Klammern tragen, die die betroffenen Finger strecken. Und Tippen ist eine gute Fingerübung, um die nun etwas steifen Gelenke wieder fit zu kriegen.

Ansonsten ist vielleicht noch erwähnenswert, dass ich mit dem Gedanken spiele, mir einen anderen Job zu suchen. Ich mag nicht ewig in diesem Blumenladen kleben bleiben und Ken scheint es da ähnlich zu ergehen. Uns macht die gemeinsame Arbeit zwar Spaß, aber sie ist nicht unbedingt unser Lebensziel. Und da wir ja kein Team in dem Sinne mehr sind, zerfallen auch die ehemals recht starken Bande ein wenig… Irgendwie traurig, aber objektiv betrachtet ist es eine positive Entwicklung. Omi kann seinen Schulabschluss machen und später einen guten Job ergreifen und auch Ran ist für den Job als Blumenverkäufer eigentlich überqualifiziert. Nun, wir werden sehen, wie sich das noch entwickeln wird…

Toll, jetzt bin ich grad so schön drin im Schreiben und hätte noch tausend Gedanken, die mal geordnet werden wollen, da kommen meine blöden Finger und fangen an zu streiken… Das ist doch echt alles zum aus der Haut fahren momentan!

Dann werde ich gezwungenermaßen hier Schluss machen und hoffe dass mein nächster Eintrag nicht so lange auf sich warten lässt.
27.4.07 19:46


Unzufriedenstellende Situation...

Irgendwie habe ich mich bei einem 10-Tages-Rhythmus eingependelt... weil so spannend ist mein Leben nicht, dass ich jeden Tag posten könnte. Außerdem würde ich immer nur das Gleiche schreiben und mich jeden Tag aufregen. Also sammel ich das an, bis es sich mal richtig lohnt und lass meinen Frust dann eben hier raus.

Danke für die netten Kommentare, allerdings fällt es mir bei der momentanen Situation schwer, mit dem was ich habe zufrieden zu sein. Ich hoffe wirklich sehr, dass das bald wieder besser wird...

Um es kurz zusammen zu fassen:
Ich war bisher noch nicht in der Villa zu Besuch. Schuld ist Kritiker.
Ich habe Brad seit über einer Woche nicht gesehen. Schuld ist Kritiker.
Ich schlafe wieder schlechter. Schuld ist Kritiker.
Meine Laune ist dementsprechend. Schuld ist Kritiker.
Ich rauche wieder mehr. Schuld ist Kritiker. Zumindest indirekt.
Ich trainiere viel und mache Fortschritte. Selbst daran ist Kritiker in gewissem Sinne schuld.

Um ein wenig ausführlicher zu werden:

Nachdem Brad und ich in letzter Zeit viele Treffen absagen oder abbrechen mussten, sind wir mittlerweile an dem Punkt angelangt, dass es sich schon gar nicht mehr lohnt, dass wir uns treffen. Egal wann und wo, die Agenten würden an mir kleben. Das Risiko ist einfach zu hoch geworden. Für mich, für die anderen drei, aber ebenso für Brad und wohl auch für Schwarz. Also müssen wir beide eben zurückstecken und versuchen, diess Problem irgendwie zu lösen. Dann keinem von uns gefällt die momentane Situation. Es macht mich beinahe wahnsinnig zu wissen, dass mittlerweile fast jeder meiner Schritte überwacht wird. Woraus sich rückschließen lässt, dass Kritiker bereits eine Ahnung hat und nun nach einem Beweis dafür sucht. Und den werde ich ihnen nicht liefern. Zumindest nicht freiwillig.

Deshalb kam es auch noch nicht zu meinem Besuch in der Villa. Wenn das das einzige Problem wäre, könnte ich ja damit leben, aber Brad so lange nicht in meiner Nähe haben zu können, ist äußerst unschön. Ich vermisse ihn ganz einfach, aber immerhin telefonieren wir ab und zu mal ein wenig. Das kann zwar kein Treffen ersetzen, aber es rettet mich davor, dem nächsten Agenten, den ich erkennen kann, eine aufs Maul zu hauen. Das wäre nämlich weniger hilfreich...

Da nun die Anspannung und in gewisser Weise auch Angst wieder da sind, hat sich auch mein gerade so schön eingependelter Schlafrhythmus wieder etwas verschoben. Nicht allzu krass, da ich immer noch fleißig trainiere und dementsprechend abends müde bin, aber die Träume und Grübeleien rauben mir doch so manche Stunde meines Schlafes. Wobei ich jedoch befürchte, dass es Brad da noch schlechter geht als mir, so müde wie er beim letzten Telefonat klang... Es ist für uns beide keine angenehme Situation.

Jedenfalls entwickeln sich die Dinge momentan in eine für uns falsche Richtung und ich fühle mich ein wenig in den letzten Sommer zurückversetzt, wo unsere Lage eine ähnliche war. Aber ich kann nun immerhin mit Ran ein wenig darüber reden, denn die Gefahr betrifft uns alle. Allerdings kann ich ihn nicht die ganze Zeit wegen Brad voll jammern, auch wenn ich das vermutlich 24 Stunden am Stück könnte...
Nun, wir werden sehen, ob uns nicht bald eine Lösung einfällt, weil das hier auf Dauer kein Zustand ist.
1.4.07 22:21


Die letzte Woche...

@Yu-chan:
Danke für den tollen Kommentar. Für mich gab es auf jeden Fall kein schöneres Geschenk und wenn es nach mir ginge, würde ich mit Brad zusammenziehen und den Rest der Welt einfach vergessen... Aber wir wollen ja mal realistisch bleiben, was?

Und wieder sind mehr als 10 Tage seit meinem letzten Eintrag vergangen.
10 Tage, in denen das Wetter sich leider wieder verschlechtert hat, was also auch Brad und mich einschränkt. Allerdings nicht maßgeblich. Was uns in letzter Zeit wesentlich mehr einschränkt, ist Kritiker. Ich befürchte ja, dass sie bereits Lunte gerochen haben, denn wir mussten viele Dates absagen, verschieben oder sogar abbrechen, weil die Agenten wie Schmeißfliegen an mir zu kleben scheinen in letzter Zeit. Und das ist äußerst frustrierend.
Ganz besonders weil ich nicht weiß, wohin mit dem Frust. Brad kann genauso wenig etwas dafür wie Ran oder sonst jemand in meiner Nähe. Zum Haare ausreißen ist es trotzdem!
Ständig funken diese Idioten einem dazwischen und versauen einem die schöne Zeit...
Aber ich will mich nicht auch noch jetzt darüber aufregen, das mache ich den Rest des Tages schon zur Genüge.

Deshalb zu etwas sehr Schönem:
Brad hat mich zu sich in die Villa eingeladen! Ich bin ja schon länger neugierig auf das Heim der Schwarz und wenn Brad mir das so hochoffiziell vorschlägt, dann scheinen wohl auch die anderen drei nichts gegen unsere Beziehung zu haben.
Das ist wirklich ein schönes Gefühl, das mir im Sommer immer sehr gefehlt hat. Doch nun muss ich nicht verstecken, dass ich Brad liebe.
Der einzige Störfaktor bleibt Kritiker, denn diese verhindern momentan, dass ich noch diese Woche in der Villa Schwarz einfallen kann. Ohne Brads Präkognition hätten wir es entschieden schwerer...

Ob man sich solche Fähigkeiten antrainieren kann? Ich bin es so langsam irgendwie Leid, mich nicht selbst wehren zu können und auch sonst immer nur tatenlos zusehen zu müssen, wie Brad alles regelt. Und mit Kritiker hätten wir ja eigentlich ohnehin noch ein Hühnchen zu rupfen...
Auf jeden Fall habe ich heimlich wieder zu trainieren begonnen. Zwar bisher nicht mit meiner alten Waffe, dem Draht, da ich ihn gar nicht mehr besitze, aber ich habe meinen Körper insgesamt wieder auf Vordermann gebracht, bzw. bin noch fleißig dabei. Jetzt ist Ken nicht mehr der einzige, der unseren kleinen Trainingsraum im Keller benutzt.
Dies ist wohl einer der Hauptgründe dafür, dass ich einen relativ normalen Schlafrhythmus bekommen habe. Denn ich bin abends oft so kaputt, dass ich einfach ins Bett falle und bis zum nächsten Tag durchschlafe. Und da ich ohnehin nicht mehr alleine weggehe abends macht das auch gar nichts, dass ich früher ins Bett komme als bisher üblich.

Ansonsten wäre vielleicht noch das letzte Wochenende erwähnenswert, da wir alle vier am Samstag auf einer großen Blumenmesse waren. Das Wetter war leider nicht so toll, aber die Ausstellung an sich war sehr schön und wir haben ein paar Bestellungen für neugezüchtete Pflanzensorten aufgegeben, die wohl Ende dieser Woche ankommen dürften. Auf dieser Messe fiel mir erst wieder auf, wie klein unser Laden doch ist. Und was für ein Glück wir haben, dass wir so viele Kunden haben, die uns unser Einkommen bescheren...
20.3.07 20:23


Weitere erfreuliche Geschehnisse…

Es ist ein Weilchen her seit dem letzten Eintrag, aber es ist auch viel geschehen in der Zwischenzeit...

An dieser Stelle möchte ich mich bei Yu-chan für die netten Worte bedanken. Ich hoffe natürlich auch, dass es nun so bleibt und die letzte Woche deutet doch sehr darauf hin...


Meine Laune hat sich seit dem letzten Eintrag eigentlich kaum verändert. Natürlich machte die Arbeit nicht immer Spaß und auch das Wetter macht sich bei mir in Form von Kopfschmerzen manchmal bemerkbar, aber das alles verblasst immer ganz schnell, wenn ich weiß, dass ich Brad am Abend wenigstens kurz sehen oder hören kann. Leider hatte er vor meinem Geburtstag immer noch so einiges um die Ohren und dazu kamen noch die Missionen, die Schwarz nun wieder ausführt, aber um so mehr freute ich mich, wenn er sich trotz allem noch Zeit für mich nahm. Selbstverständlich wünschte ich mir, dass wir viel mehr Zeit miteinander verbringen könnten; insbesondere die traute Zweisamkeit fehlte mir oft, da ja weder er zu mir noch ich zu ihm ins Haus kommen kann, sodass wir in der Regel abends irgendwohin gingen und dabei nie wirklich alleine und ungestört waren. Wie bereits im letzten Eintrag erwähnt, war es für mich das größte Glück, neben Brad einzuschlafen und auch wieder aufwachen zu können.
Und das muss er mir ziemlich deutlich angemerkt oder auch sonst irgendwie gewusst haben, denn das Geburtstagsgeschenk, das er mir am Samstagabend gemacht hatte, bescherte mir genau dieses Glück für ein Weilchen.
Aber der Reihe nach…

Am Samstag hatte ich also Geburtstag und wurde nach dem Aufstehen zuerst einmal nach allen Regeln der Kunst von unserem Chibi durchgeknuddelt und beglückwünscht, noch ehe ich auch nur einen Fuß aus dem Zimmer getan hatte. Die Glückwünsche der anderen beiden fielen zwar weniger stürmisch, aber deshalb nicht weniger herzlich aus. Es gab mein Lieblingsessen zu Mittag und überhaupt fühlte sich der ganze Tag wirklich nach „Geburtstag“ an, da wir unsere Geburtstage sonst nie großartig zelebriert hatten. Der Hammer war dann mein Geschenk: ein Gutschein für ein Wellnesswochenende - und zwar zu zweit!
Ich habe mich wahnsinnig gefreut und ungefähr 1000mal bedankt. Nicht nur, dass ich ja total auf Pflege und Wellness abfahre, nein, ich darf das Ganze sogar mit Brad zusammen genießen! Ich denke meine Freude ist vorstellbar.
Ken und Omi wissen zwischenzeitlich auch, dass ich eine glückliche Beziehung führe, wenngleich sie auch nicht wissen, mit wem. Daher vermute ich mal, dass es Rans Idee war, an der sich die anderen beiden beteiligt haben.

Zu diesem Zeitpunkt war ich noch in dem Glauben, dass Brad gar nicht wüsste, dass ich Geburtstag habe. Wie sich am Abend dann herausstellte, hatte ich falsch gedacht.
Er wusste es nicht nur, sondern rief mich spätnachmittags auch an, um mit mir ein Treffen auszumachen, zu welchem er auch einen Kleiderwunsch äußerte, dem ich gern nachkam. Es war zwar kein „richtiger“ Anzug, aber mein Seidenhemd ließ sich gut mit einer hellen Hose und einem legeren Jackett kombinieren und ich fühlte mich darin auch sehr wohl.
Zwei Blocks weiter wartete er dann zur verabredeten Zeit bereits mit dem Auto auf mich und gratulierte mir noch einmal persönlich.
Wohin genau er mich zu entführen gedachte, wollte er mir nicht verraten und so musste ich meine Neugier zügeln, bis wir an unserem Ziel angekommen waren, welches sich als eine Mischung aus Jazzbar und Tanzlokal entpuppte. Es war einfach nur wundervoll, den ganzen Abend hindurch mit Brad zu tanzen und seine Nähe zu genießen. Brad ist meine eine große Passion und Tanzen meine zweite. Wie hätte dieser Abend also perfekter sein können?

Doch Brad schaffte es tatsächlich, mein Glücksgefühl noch etwas zu steigern, da er mich nach dem Tanzen nicht direkt nach Hause brachte, sondern mir „noch etwas zeigen wollte“. Meine Neugierde war natürlich gleich wieder geweckt und Brads Andeutungen, dass es mir sicherlich gefallen würde, waren nicht gerade hilfreich um eben jene zu bezähmen. Und weil er genau wusste, wie neugierig er mich gemacht hatte, ließ er es sich nicht nehmen, mir die Augen zu verbinden, sodass ich nun wirklich keinerlei Ahnung mehr hatte, wohin wir fuhren.
Schließlich hielten wir an und er führte mich aus dem Auto heraus ein Stück zu Fuß und schließlich eine Außentreppe hinauf in ein vermeintliches Gebäude hinein, wo ich mich kurz darauf auf einem bequemen Sessel wiederfand. Ich hatte keine Ahnung, wohin Brad mich gerade gebracht hatte und auch mein Gehör half mir in dieser Situation nicht sonderlich weiter.

Mit einem weiteren „Happy Birthday“ und einem Kuss begann allerdings das „Gebäude“ zu vibrieren und Motorenlärm zu produzieren. Bevor ich anhand der Geräusche realisieren konnte, wo ich war, entfernte Brad die Augenbinde und die Erkenntnis traf mich vollkommen unvorbereitet: Wir befanden uns in einem Flugzeug, um genauer zu sein in einem kleinen Privat-Jet, dessen Tisch sogar bereits gedeckt war.
Ich war einfach nur sprachlos. Total überrascht habe ich mich kurz umgesehen und konnte nur ungläubig den Kopf schütteln, denn mir fehlten die Worte immer noch. Also küsste ich Brad eben nochmal und versuchte ihm so begreiflich zu machen, was ich nicht in Worte fassen konnte.
Nachdem der Flieger sich in die Luft erhoben hatte und ich mich wieder einigermaßen gefasst hatte, genossen wir ein ausgezeichnetes Essen und wenn es anatomisch möglich wäre, hätte sich sicherlich im Kreis gelächelt. Die Sicht auf beleuchtete Städte im Dunkeln von oben war grandios und dass Brad dabei direkt hinter mir stand, machte die Sache nur noch grandioser. Ich hätte in einem fort singen können in diesem Augenblick.
Ich weiß nicht, ob sich das jemand vorstellen kann, aber dieses Glück und diese Freude die ich verspürt habe, wog alles andere auf, was mich bisher belastet hatte. In diesen Momenten war in meinem Kopf einfach gar kein Platz für irgendwelche negativen Dinge.

Brad gelang es jedoch, selbst auf diese mehr als gelungene Überraschung noch eins oben drauf zu setzen. Denn als der Jet schließlich landete, nahm ich an, dass wir uns wieder an unserem Startort befanden… Womit ich weit gefehlt hatte. Das erste was ich beim Aussteigen sah, war Schnee. Richtig schön viel Schnee.
Mit einem „Ich hoffe Skiurlaub ist genehm“, löste Brad schließlich das Rätsel, welches er mir aufgegeben hatte und ich war ein weiteres Mal an diesem Abend sprachlos.
Urlaub. Mit ihm. Auf Hokkaido. Gute 5 Tage lang.
Hätte Brad mich nicht an der Hand geschnappt, wäre ich womöglich noch festgewachsen, so überwältigt war ich. Denn Urlaub bedeutete auch, dass meine Sehnsüchte nun gestillt werden würden.
Und um es kurz zu machen: das wurden sie, sofern man dies so nennen kann. Denn von Brads Nähe kann ich nie genug bekommen.
Aber die Tage und Nächte mit ihm waren herrlich und wir waren so gut wie jede Minute zusammen. Ich schlief nachts neben ihm ein und wachte morgens neben ihm wieder auf. Wir teilten ganz alltägliche Dinge wie die Mahlzeiten und amüsierten uns herrlich auf der Skipiste. Es war einfach nur perfekt und ich war so glücklich wie noch nie, was man mir auch angemerkt haben muss.
Heute Vormittag kamen wir nun aus unserem Kurzurlaub zurück und ich habe mich erstmal herzlich bei Ran bedankt, der das Ganze mit Brad arrangiert hatte. Denn irgendwie muss ja der Koffer mit einem Teil meiner Klamotten in Brads Hände geraten sein. Und heute hatte ich auch noch frei, was meine Schicht im Koneko betraf.
Das war der schönste Geburtstag den ich je hatte und das habe ich auch jeden spüren lassen. In dieser Woche hätte ich die ganze Welt umarmen können…
Natürlich habe ich jetzt erst richtig Blut geleckt und würde am liebsten jeden Morgen neben Brad aufwachen, aber da dies leider nicht möglich ist, tröste ich mich mit der Erinnerung an diesen wunderschönen gemeinsamen Urlaub.
9.3.07 19:28


Aussprache und Versöhnung…

Wie man dem Titel bereits entnehmen kann, ist soweit alles wieder in Ordnung und mir geht es dementsprechend auch wieder gut.

Also müssen sich meine zwei lieben Kommischreiber keine Sorgen mehr machen. Und ich will auch gerne genauer berichten, was seit Mittwoch noch geschehen ist.

Nach dem Eintrag am Mittwochmittag stand mir zuerst noch eine nervenaufreibende White-Day-Nachmittagsschicht bevor, die große Ähnlichkeiten mit dem Valentinstag hatte. Zumindest was den Lärmpegel in unserem Laden betraf. Aber ich will nicht mehr genauer daran denken, denn das steht uns erst wieder in einem Jahr bevor.

So kam es, dass ich mich am Abend schon recht früh in mein Zimmer verzog und mich erst einmal ein Stündchen mit einer Kopfschmerztablette hinlegte, da ich Brad so entnervt dann sicherlich doch nicht anrufen wollte. Zumal ich auch nicht sicher sein konnte, ob er schon von der Arbeit zurück war. Später habe ich ihn dann jedenfalls angerufen, als er allem Anschein nach in seinem Arbeitszimmer saß und ich nicht weiter störte.
Als ich mich meldete klang Brad erleichtert - ein weiteres Indiz für mich, dass es ihm wirklich Leid tat und keine böse Absicht gewesen war. Eigentlich dachte ich, dass wir die ganze Angelegenheit nun noch einmal in Ruhe besprechen und dann aus der Welt schaffen würden, aber Brad lenkte gleich ein, dass er wir besser persönlich reden sollten und da stimmte ich ihm auch zu. Außerdem schien er auch noch zu tun haben, und ich kenne ihn soweit, um zu wissen, dass er am liebsten immer alles gleich erledigt, damit es ihm nicht im Nacken sitzt.
Wir verabredeten uns für Freitagabend, wo er mich schön zum Essen ausführen wollte. Nun, da sagte ich sicherlich nicht nein und so beendeten wir kurz darauf unser Gespräch.

Wir hatten uns zwar noch nicht richtig ausgesprochen, aber ab dem Moment ging es mir schon wieder besser und ich konnte auch wieder wesentlich ruhiger schlafen in den folgenden zwei Nächten bis Freitag. An diesen Tagen passierte nichts Nennenswertes, sodass ich gleich mit unserem gemeinsamen Freitagabend fortfahre.

Auf Brads Bitte hin hatte ich mir einen der wenigen Anzüge, die ich besitze, angezogen und fuhr relativ entspannt und auch ein wenig neugierig zum vereinbarten Treffpunkt, wo Brad auch schon mit seinem Wagen auf mich wartete.
Ich denke wir haben uns beide gefreut, uns wieder zu sehen, aber in Anbetracht der Tatsache, dass wir unseren Streit noch nicht ausdiskutiert hatten, fiel die Begrüßung ein wenig kühler aus, als normalerweise.
Brad hatte eigentlich vorgesehen, dass wir erst schön essen und anschließend im angrenzenden Park spazieren gehen, wo man ungestört reden konnte. Und ich glaube, ich weiß auch woher diese Idee für diese Reihenfolge stammt; denn Brad kennt meine Essgewohnheiten wenn ich gestresst oder unausgeglichen bin.
Dennoch bat ich ihn zuerst um den Spaziergang, denn ich wollte nicht das ganze Essen lang so halb glücklich und halb unterkühlt zubringen. Also fuhren wir zu dem Restaurant, welches sich als jenes entpuppte, von dem ich ihm schon öfter vorgeschwärmt hatte, und gingen zunächst in den Park, welcher in Anbetracht der Jahreszeit beinahe menschenleer war.

Und da ich mich mittlerweile wieder abgeregt hatte und auch der Knutschfleck nicht mehr zu sehen war, verlief unser Aussöhnungsgespräch recht gut und problemlos. Ich ließ Brad diesmal die ganze Situation zu Ende schildern und begann innerlich den Kopf über mich selbst zu schütteln. Brads Entschuldigungen waren echt und meine Ängste erschienen mir auf einmal nur noch vollkommen überzogen und unfair Brad gegenüber. Er wollte natürlich auch meinen Standpunkt hören und meine Reaktion verstehen, sodass ich nicht umhin kam, diese unangenehmen Gedanken und Gefühle in Worte zu kleiden. Es widerstrebte mir zwar, da mir selbst klar geworden war, wie Unrecht ich Brad getan hatte und dass ich eigentlich derjenige sei, der sich entschuldigen müsse für all diese Zweifel.
Es hat mich selbst ein wenig erschreckt, wie leicht ich mich von solchen Zweifeln zerfressen lasse und dann immer gleich das Schlimmste befürchte. Ich schäme mich wirklich dafür, Brad in diesem Moment so wenig Vertrauen entgegen gebracht zu haben. Und dafür habe ich mich auch entschuldigt, nachdem ich endlich mit der Sprache herausgerückt hatte.

Und Brads Reaktion war ganz wunderbar, sodass er sämtliche Zweifel auf einmal aus dem Weg räumte. Denn er machte mir daraus nun keinen Vorwurf, sondern schien mich wirklich zumindest teilweise zu verstehen. Es schien ihm auch wirklich in gewissem Sinne Sorge zu bereiten, dass mich so etwas doch relativ Harmloses dermaßen aus dem Konzept brachte. Aber nicht Sorge im Sinne von, dass er meinte, ich sei überempfindlich oder dergleichen, sondern Sorge, weil es mir in Folge dessen nicht so gut ging. Dieser Mensch ist wirklich viel zu gut für diese Welt… Auf jeden Fall versprach er mir, dass so etwas sicherlich nie wieder vorkommen würde und auch, dass ich ihm wirklich vertrauen könnte, dass er mich nicht loslassen würde. Wie um diese Worte zu unterstreichen hielt er mich fest umarmt und ich kann mit Worten gar nicht ausdrücken, wie froh und erleichtert ich war, dass sich das alles sozusagen in Wohlgefallen aufgelöst hatte. Ich erwiderte die Umarmung ebenso innig und so kamen wir also schlussendlich zu dem Ergebnis, dass wir beide einfach nicht ohne einander können. Ich habe noch nie einen Menschen so geliebt und wurde auch noch nie so geliebt. Vielleicht ist dies auch ein Aspekt, der meine Ängste fördert, weil ich Brad wirklich unter keinen Umständen verlieren möchte… Auf jeden Fall haben wir diese Angelegenheit nun aus der Welt geschafft und waren beide froh und erleichtert.

Da es uns nun beiden leichter ums Herz war (und auch recht kalt), gingen wir also zurück und betraten das doch recht noble Restaurant. Ich selbst bin früher nur ganz selten an solch feinen Orten gewesen, weil ich mich dort nie zugehörig fühlte und dieses leichte Unwohlsein auch heute noch verspüre. Aber ich hatte viel Gutes über dieses Restaurant gehört und für solche unangenehmen Gedanken hatte ich ohnehin gar keine Zeit, denn meine gesamte Aufmerksamkeit galt Brad, der nun wirklich wieder richtig „zurück“ war und wohl so schnell auch nicht mehr nach New York fliegen musste. Während des Essens, das wirklich vorzüglich schmeckte, erzählte mir Brad mehr von seinem Heimatland und bot mir auch an, mich bei Gelegenheit einmal mit dorthin zu nehmen, was ich freudig annahm. Es war schön, ein wenig mehr über Brad zu erfahren, denn auch wenn uns die Liebe verbindet und wir uns doch schon recht lange kennen, so „kennen“ wir uns doch noch nicht richtig, weil uns bisher einfach immer die Zeit gefehlt hat. Ich erinnere mich mittlerweile wieder sehr genau an unsere immer sehr knapp bemessene gemeinsame Zeit im Sommer, denn ich habe diese Erinnerungen immer und immer wieder heraufbeschworen als ich sie wieder hatte. Zwar war Brad damals meistens derjenige, der etwas erzählt hat und ich nur der Zuhörer, aber es gibt sicherlich immer noch sehr vieles an Brad, das ich noch nicht weiß und noch wissen will.
Und ich bin nun zuversichtlich, dass wir uns beide noch wesentlich besser kennen lernen, auch wenn Brad im Vergleich zu mir wirklich sehr viel Arbeit hat, auch wieder nachts, wie er beiläufig erwähnte.

Auf jeden Fall war es ein ganz wunderbarer Abend mit gutem Essen und angenehmen Gesprächen sowie einem äußerst leckeren Wein, über den ich sogar vergaß, dass ich eigentlich noch mit dem Auto fahren musste. Im Endeffekt war das dann ohnehin egal, weil wir an diesem Abend nirgendwo mehr hinfuhren. Das heißt doch, mit dem Aufzug nach oben.
Ich hatte mich bereits vorher gefragt, warum das Haus, in welchem das Restaurant untergebracht war, so groß sei und bekam meine Antwort dann später, als sich herausstellte, dass es auch ein Hotel ist.
Denn je länger wir uns gegenüber saßen und gegenseitig in die Augen sahen oder einfach ab und zu einander beobachteten, desto stärker wurde auch die Sehnsucht nach dem jeweils anderen. So wurde das Essen des Nachtischs bereits eine recht heikle Sache, denn ich mit meiner Spielernatur konnte es natürlich nicht unterlassen so lasziv wie es in einem solchen Restaurant eben möglich war, mein mit Obststücken garniertes Eis zu essen. Was sich Brad nicht lange gefallen ließ, ohne es mir nicht in gewisser Weise „heimzuzahlen“. Jedenfalls verschwanden wir für manche Gäste wohl auffallend schnell von unseren Plätzen, kaum dass wir aufgegessen hatten. Bezahlen mussten wir nicht (was mir in diesem Moment sowieso gänzlich entfallen war…) da Brad die Rechnung am nächsten Morgen begleichen würde, zusammen mit dem Hotelzimmer, welches er bereits im Voraus gebucht hatte. Seine Visionen können schon praktisch sein…

Und so ging am Freitag auch mein Wunsch in Erfüllung, mich wirklich wieder an alles erinnern zu können. Mein ganzer Körper schien sich zu „erinnern“ und sehnte jede Berührung von Brads Fingern oder Lippen herbei, da diese gleichzeitig auch die Erinnerung an die Gefühle unseres ersten gemeinsamen Mals wachriefen. Wir beide haben diesen Moment herbeigesehnt und genossen unsere Nacht aus vollen Zügen, die uns für die lange Zeit der Enthaltung und Sehnsucht wirklich gut entschädigte. Es war wirklich der beste und erfüllendste Sex, den ich je gehabt habe. Brads Lippen und Hände auf meiner Haut bringen mich bei der bloßen Erinnerung an die sanften Liebkosungen zum Schaudern. Ich habe noch nie so intensiv gefühlt und hoffe, dass ich Brad wenigstens einen Bruchteil dessen, was ich fühlen durfte, auch zurückgeben konnte.
Wer einen etwas genaueren Einblick erhalten möchte, sollte vielleicht den Eintrag vom 18.07. noch einmal lesen… denn unser Beisammensein war nicht weniger wundervoll als eben jenes.
Viel mehr übertraf es diese Nacht im Juli sogar noch… denn wie heißt es so schön? Versöhnungssex ist der beste Sex. Da scheint etwas dran zu sein.

Spät in der Nacht kamen wir zur Ruhe und ich kann gar nicht beschreiben, was für ein schönes Gefühl es für mich ist, in den Armen des Geliebten einzuschlafen und sogar in eben jenen wieder aufzuwachen. Das war eine absolute Premiere für uns und ich hoffe sehr darauf, dass wir auch in Zukunft noch viele Tage und auch Nächte miteinander verbringen können.
Im Übrigen habe ich Brad in dieser Nacht auch mehr als deutlich als „mein“ markiert und habe am Morgen feststellen müssen, dass nicht nur mein Hals, sondern gleich mehrere Stellen meines Körpers von solchen Malen gekennzeichnet waren. Was mich einfach nur stolz und glücklich machte.

Am Samstagmittag trennten sich dann unsere Wege mal wieder und ich fuhr zum Koneko zurück, um gut gelaunt zu meiner Schicht zu erscheinen. Ran schien sich seinen Teil zu denken und die anderen beiden waren wohl auch einfach nur beruhigt, dass es mir wieder so richtig gut geht.

Heute ist noch nichts Nennenswertes passiert, aber ich werde Brad später mal anrufen, da ich nun weiß, wann ich ihn am besten erreichen kann.

Sooo, Ende des rosaroten Eintrags, ich hoffe meine Leser haben keine Zahnschmerzen bekommen.


PS: Jetzt hab ich vollkommen vergessen zu erwähnen, dass ich Brad auch sein Valentinstagsgeschenk überreicht habe. Und zwar einen Gutschein für ein Theaterstück seiner Wahl, da ich seine Vorliebe für solche kultivierten Abendgestaltungen kenne. Und ich denke auch, dass er sich darüber gefreut hat.
Und ich habe von ihm ein ganz tolles Pflegeset aus New York bekommen mit einer hübschen Kette dazu. Und auch dieses Mal hat er mit dem Duft einen Volltreffer gelandet und ich freue mich schon darauf, die Sachen bald mal zu benutzen.
25.2.07 20:52


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