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Zweiter Tag des Blogschreibeversuchs...

Nachdem ich gestern noch ein wenig mit dem Ding hier rumgebastelt habe, bin ich jetzt vorläufig doch mal zufrieden... und das ohne Omis Hilfe! Ich habe andere Blogs gesehen, die richtig toll aussahen, aber ich vermute diese User haben nicht diesen billigen Popelblog, sondern zahlen wohl auch was dafür... Soll mir Recht sein, solange man hiervon keinen Augenkrebs bekommt, sollte es doch annehmbar sein.

Gestern habe ich noch voller Freude geschrieben, dass ich heute früh keine Schicht hätte. Hätte.
Ken, dieser Held, hatte nichts besseres zu tun, als heute am frühen Morgen mit voller Lautstärke nicht nur zu spät zu seiner Schicht zu kommen, sondern auf dem Weg dorthin auch noch die halbe Treppe runterzupoltern und die zweite Hälfte im freien Fall zurückzulegen. Da wars dann vorbei mit meinem Schlaf...
Da ich aber gar nicht einsehe, zu einer Schicht zu erscheinen die nicht die meine ist, bin ich erstmal noch liegengeblieben und habe Ken im stillen verflucht, weil ich nicht mehr einschlafen konnte.

Also bin ich dann seufzend irgendwann aufgestanden und habe mich fertig gemacht, während ich mir fiese Rachepläne überlegt habe.
Zumindest war ich gestern nicht allzu spät im Bett, also sah ich auch relativ lebendig aus, als ich frisch geduscht aus dem Badezimmer kam und in die Küche gegangen bin, um mich an meinem Lebenselixier zu laben.
Kaum, dass ich eine halbe Tasse schön warmen, wohlriechenden Kaffees getrunken hatte, kam Aya kurz in die Küche. Dass ich verwundert gewesen wäre, ist noch milde ausgedrückt. Aya, während seiner Schicht, in der Küche? Ich ahnte nichts gutes...

So war es dann auch. Bevor ich mich nur irgendwie wehren oder verteidigen konnte, hatte ich die Einkaufsliste in der Hand und einen böse funkelnden Blick geernet, der keinen Widerspruch duldete. Da half auch kein "ich habe heute frei" oder "warum kann das nicht Ken machen" oder "ich bin noch nicht wach und wurde auf rabiateste Weise aus meinem Schönheitsschlaf gerissen". Ich musste einkaufen gehen. Und zwar wenn möglich sollte ich schon fertig sein. *grummel* Aya hasst mich, aber was will man tun? Gegen den Deathglare kommt man nicht an, es sei denn man will sterben.

Schon deprimierend sich von seinem Leader als Dienstmädchen behandeln zu lassen... Habe mir aber noch schön viel Zeit mit dem Trinken meines Kaffees gelassen, während Aya mit einem letzten warnenden Blick wieder im Laden verschwand. Aber auch Kaffee wird irgendwann mal kalt oder leer, also habe ich mich suefzend auf den Weg ins Einkaufszentrum gemacht.
Himmel und Leute waren mal wieder unterwegs, es war zum wahnsinnig werden. Wieso haben die Leute alle vormittags Zeit? Haben die sonst nichts zu tun?
Also habe ich mich heldenhaft durch die Gänge geschoben und alles eingesammelt, was auf der Liste stand. Okay, vielleicht auch ein wenig mehr... Aber zumindest mal auch das, was auf der Liste stand ( Ich hänge nämlich an meinem Leben. )

Aber wenn ich schon alleine zum Einkaufen geschickt wurde, brauchte ich auch eine angemessene Entschädigung. Also bin ich schön langsam und genüsslich durch die Süßwarenabteilung geschlendert... Da gibt es einfach zu viele leckere Sachen... Aber man muss sich ja behrrschen. Oder zumindest zurückhalten, wenn man nicht aufgehen will wie ein Hefekloß.
Ich beließ es also dabei die Leckereien mit den Augen zu genießen und habe mich lediglich für eine kleine Tüte Fruchtbonbons entschieden. Das würde ich verschmerzen können.

Dafür habe ich mich in meiner Lieblingsabteilung umso mehr ausgetobt. Shampoo, Spülung, Duschgel... alles in angenehm duftenden Fruchtnoten wanderte in den Einkaufswagen. Sollte Aya doch toben.

Als ich dann wieder zu Hause war hatten die doch tatsächlich ohne mich zu Mittag gegessen. Undankbares Volk *grummel*
Dass Ken mich geweckt hatte, schien ihn auch nur zu amüsieren und überhaupt interessiert sich hier ja sowieso keiner für meine Leiden...
Dafür habe ich den Rest des Tages faulenzend und Musik hörend in meinem Zimmer verbracht, mir doch egal wie viel Andrang im Laden war.

Und jetzt ist der Laden zu und ich hab mich kurz hierher gesetzt um mal diesen Abriss meines Tages zu tippen. Das Leben in diesem Haushalt ist manchmal wirklich ätzend... Nicht mal unser Chibi war heute nett zu mir... Das nächste Mal weigere ich mich einkaufen zu gehen, wenn ich nicht dran bin. *beschließ*
Und weil niemand Lust auf Abendbrot hat werde ich mich mit einem Jogurt und einem Apfel begnügen und wieder in mein Zimmer verschwinden.
1.6.06 18:57


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Heute mal kurz vorm Mittagessen...

Gestern war ich extra relativ früh im Bett, weil ich heute früh einen Friseurtermin hatte. Nicht, dass ich gern morgens aufstehe oder so, aber dank Aya habe ich ja bereits diese ganze Woche und ebenso die nächste immer nachmittags Schicht, und noch länger warten wollte ich auch nicht.
Jedenfalls bin ich heute also mithilfe des Weckers aufgestanden, Ken scheint die Treppe zur Abwechslung mal verschont zu haben, und habe mich fertiggemacht. Ein weiterer Grund, warum ich gerne lange schlafe, denn ja später ich aufstehe, desto geringer ist die Gefahr, dass noch jemand ins Badezimmer muss, und ich habe alle Zeit der Welt.
Aber da unser Chibi ja in der Schule war und Ken und Aya bereits im Laden hatte ich das Bad trotz der frühen Stunde ( 9 Uhr ist sehr früh… ) für mich alleine.

Nach zwei Tassen Kaffee zum Frühstück fühlte ich mich dann bereit, dem strahlenden Sonnenschein und der Menschheit gegenüber zu treten. Ein kurzer Blick in den Laden sagte mir, dass es noch relativ ruhig zuging und so warf ich doch zumindest mal ein „Guten Morgen“ in den Raum, ehe ich aus dem Haus ging. Ich hörte Aya noch irgendetwas murmeln, von wegen „wenn es um sein Aussehen geht, dann kann er aufstehen…“, beschloss aber, es zu ignorieren. So Unrecht hat er ja auch nicht, ich gehe wirklich gern zum Friseur. Ist ja schließlich nicht verboten, sich etwas Gutes zu tun.

Da es ein Stückchen bis zu meinem Friseur ist, habe ich mein Auto genommen und mal versuchshalber das Verdeck offen gelassen. Ein wenig frisch vielleicht noch, aber der Sommer kommt so langsam wirklich und ich begrüße das vollkommen. Ein wenig Sonne schadet meiner Haut bestimmt nicht, Japaner hin oder her. ( Es gibt natürlich auch solche Leute wie Aya, die Sonnenbrand bekommen, wenn sie nur zu sehr an die Sonne denken… )

Die Einzelheiten des Friseurbesuchs erspare ich euch, so spannend ist das dann nun wirklich nicht gewesen. Auf jeden Fall sind meine Haare wieder ein klein wenig kürzer und in Form geschnitten, und außerdem habe ich eine neue Pflegekur mit Mangoextrakten ausprobiert. Riecht auf jeden Fall mal gut und wenn sie dann auch noch meinem Haar gut tut, kann es ja besser kaum sein. (ja, okay ich gebe zu, ich hab nen gewissen Fetisch für schöne Haare… oder allgemein für Pflege…)

Gut gelaunt bin ich also zurück zum Koneko gefahren und habe Ran beim Sträuße binden abgelöst, damit das Mittagessen rechtzeitig fertig ist, wenn Omi aus der Schule kommt. Nicht, dass ich so schrecklich scharf auf arbeiten wäre, aber so langsam hatte ich wirklich Hunger und der Andrang hielt sich nach wie vor noch in Grenzen. Kein Wunder, solange die ganzen Mädchen noch in der Schule sind.
Nach einer knappen Stunde und ein paar netten Flirts (man will die Kundschaft ja nicht enttäuschen) kam dann niemand mehr und wir beschlossen gerade, etwas vorzeitig zu schließen, als Manx die Tür reinkam.

Eigentlich sollte man meinen, dass der Anblick einer schönen Frau die Stimmung hebt, aber meine sank jedoch gleich mal beträchtlich. Wenn Manx zu uns kam bedeutete das eigentlich immer nur eines: Arbeit.
Sie drückte mir nur das Videotape in die Hand und verschwand gleich wieder, hatte es recht eilig. Seufzend habe ich also noch schnell den Laden aufgeräumt, während Ken die Kübel reingeholt und die Rollos geschlossen hat.
Als Aya das Tape sah, nickte er nur kurz und meinte nach dem Essen, wenn Omi da sei.

Also habe ich mich hierher gesetzt um noch ein wenig zu tippen, heute Abend werde ich ja höchstwahrscheinlich nicht mehr dazu kommen…
Vielleicht haben wir Glück und wir müssen nur spionieren, oder sonst etwas verhältnismäßig einfaches tun. Beim letzten Auftrag waren nämlich die Informationen nicht korrekt und wir hatten auf einmal viel mehr Wachen um uns herum, als eigentlich geplant. Zum Glück wurde niemand schwerer verletzt, aber das hätte auch ganz böse ins Auge gehen können…

Bald gibt es Essen und danach werden wir uns das Tape ansehen, ehe meine Schicht im Laden beginnt und wir spät abends dann aufbrechen.
Da ich noch etwas Zeit habe, werde ich jetzt erstmal eine rauchen gehen und dann heute Nacht versuchen, zu überleben.
Falls der Versuch scheitern sollte, wäre mein, zugegebenermaßen recht kurzes, Blogprojekt wohl gescheitert. Aber da ich am Leben hänge und so langsam Gefallen an der Sache finde, habe ich zumindest mal vor, mich wieder zu melden.

Falls jemand so etwas wie Sympathie für mich übrig hat, kann er mir ja viel Glück oder so wünschen.

*sich jetzt seine Zigaretten schnapp und damit nach draußen geh*
2.6.06 12:39


Kann noch nicht schlafen...

Bin nun wieder daheim und lebe tatsächlich noch, was mich so langsam allerdings wundert.

Aber der Reihe nach...

Nach einem recht ereignislosen Mittagessen sind wir alle vier zur Nachmittagsschicht angetreten, weil ,wie jeden Freitag, recht viel Andrang vor allem in Form von Schulmädchen war. So weit war alles normal und mit dem Gequietsche und Gekreische kommen wir ja mittlerweile auch gut zurecht, man muss nur wissen, wie man sich die Mädchen vom Hals halten kann.

Urplötzlich verstummte jedoch jegliches Getuschel und Gequietsche und in Sekundenschnelle leerte sich der Laden. Den Grund dafür sah ich beinahe im selben Augenblick, wie die ungewöhnliche Ruhe einkehrte.

Der Leader von Schwarz, auch bekannt als Oracle, beehrte uns mit seiner Anwesenheit im Koneko.

Ich glaube Ken ist vor Überraschung einfach umgekippt, so genau habe ich das nicht gesehen, weil meiner erster Gedanke dem Draht in meiner Uhr galt. Schlecht nur, dass ich die falsche anhatte. Während Aya nach seinem Katana suchte, schien Omi angestrengt zu versuchen, Oracle einfach wegzublinzeln, jedenfalls kam es mir so vor.

Statt eines Angriffs oder dergleichen kam jedoch nur ein überhebliches Grinsen und eine Bestellung für einen Trauerstrauß... erst glaubte ich mich, verhört zu haben, aber der große Leader von Schwarz wollte anscheinend tatsächlich nur einen Strauß Blumen. Und sonst tat er gar nichts, wartete einfach nur. Auf eine weitere Nachfrage riss ich mich dann doch einmal los und ging immer noch etwas verwirrt ins Lager. Aya hatte unseren Kunden mit den Augen fest fixiert und weil ich sonst nichts Besseres wusste, habe ich also diesen Strauß gemacht.
Oracle wird seinen Spaß mit unseren entgleisten Gesichtszügen gehabt haben, da bin ich mir sicher.
Ich hatte mich wieder einigermaßen gefasst und da auch wirklich keine Gefahr zu drohen schien, reichte ich ihm schließlich seinen Strauß, während Aya Ken aus dem Laden karrte. Omi stand immer noch wie angewurzelt da, mit dem Bast in der Hand.
Nachdem ich das Geld in Empfang genommen und gewechselt hatte, drehte sich Oracle herum und verließ den Laden, jedoch nicht ohne einen, sagen wir mal, Abschiedsgruß.
Wenn er uns ein Wiedersehen prophezeiht, dann kann man wohl davon ausgehen, dass dies auch eintreten wird. Ich beließ es jedoch dabei immer noch verwundert Omis Kiefer zuzuklappen und dann den Laden aufzuräumen. Die Kundschaft war ohnehin weg und außerdem mussten wir uns so langsam auch für den Hit fertig machen.

Das Tape am Mittag hatte verraten, dass es mal wieder um ein hohes Regierungstier ging, das mit Menschenhandel sein täglich Brot verdiente und so waren wir alle dabei, ausgestattet mit Kritikers Informationen und Ayas Plan, was das Vorgehen betraf. Eigentlich erwarteten wir nicht, auf Schwarz zu treffen, aber der Abschiedsgruß hatte vielleicht diese Bedeutung gehabt.

In dem Gebäude begegnete uns dann auch ein wohlbekannter orangehaariger Schopf, der seinen Spaß daran hatte uns ein wenig von unserem Auftrag abzulenken. Nicht, dass er uns ernsthaft etwas getan hätte, aber wir hatten trotzdem unsere liebe Not, weil die Wachen wesentlich schwerer bewaffnet waren, als angenommen. Nichts desto trotz haben wir die Zielperson eliminiert und auch der Telepath war in diesem Augenblick verschwunden. Erleichtert machten wir uns auf den Rückweg, als uns eine letzte Wache unerwartet in den Rücken fiel.
Dank Ayas schneller Reaktion sind wir jedoch soweit alle wohlauf, von den üblichen Blessuren abgesehen.

Die anderen waren für heute bedient und sind nun in ihren Betten, aber ich kann nicht schlafen und wollte noch allen eventuellen Lesern hier mitteilen, dass ich doch noch lebe und mit einer leichten Prellung davon gekommen bin.

Was mich immer noch beschäftigt, ist das offensichtliche Interesse von Schwarz an uns. Dass sie uns überlegen sind, wissen wir. Aber bisher hat uns keiner der Schwarz jemals tödlich verletzt... vermutlich ist das sowas wie ein Hobby von denen, "Weiß ärgern" oder so.
Warum Oracle allerdings einen Trauerstrauß brauchte ist mir ein Rätsel, der sieht mir eigentlich nicht so aus, als ob er so schnell um jemanden trauern würde...
Jedenfalls hat Aya für morgen noch eine Krisensitzung einberufen, dass Kritikers Daten so offensichtlich fehlerhaft sind gibt uns allen zu denken...

Und da ich auf keine meiner Fragen eine Antwort erhalten werde, werde ich jetzt noch schnell eine rauchen gehen und dann versuchen zu schlafen...
3.6.06 01:23


Mal wieder eine miese Nacht...

Bei dem Versuch zu schlafen blieb es dann aber auch größtenteils...

Zwar habe ich gegen halb 2 im Bett gelegen und bin auch schnell eingeschlafen, wurde allerdings von einer Mischung aus Asuka- und Missions-Alptraum heimgesucht, was mich bereits nach etwas über eine Stunde total gerädert wieder aufwachen ließ. Nicht dass solche Nächte etwas Neues für mich wären, aber es zehrt einfach an den Nerven und da ich aus Erfahrung wusste, dass ich nun wahrscheinlich ohnehin nicht wieder einschlafen konnte bzw. sich die Alpträume fortsetzen würden, stand ich auf und beschloß nach einem kurzen Blick auf die Uhr, dass die Nacht noch jung genug war, um wegzugehen.

Kurz darauf verließ ich nachtlebenstauglich das Haus und fuhr in die Innenstadt, zu einem von mir in solchen Fällen oft besuchten Club.

Zunächst einmal ließ ich mich an der Bar nieder und bestellte einen Cocktail, während ich die Lage sondierte. Jemand vielversprechendes war schnell gefunden und bereits nach einem weiteren Glas, diesmal allerdings Wodka, verzogen wir uns auch schon. Der andere war auf das Gleiche aus wie ich und ich nahm die Ablenkung und Nähe dankbar entgegen, die mir diese Nacht brachte.

Nicht dass das irgendetwas ändern würde, aber es half trotzdem, wie schon so oft. Es mag zwar keine liebevolle Nähe sein, aber dies ist alles was ich bekommen kann und ich klammere ich mich in solchen Nächten daran, wie ein Ertrinkender an ein Stück Holz. Nur zu schnell war das trügerische Gefühl von so etwas Ähnlichem wie Geborgenheit wieder verschwunden, aber mehr konnte ich nicht erwarten und erwartete ich auch nicht.

Da ich in meinem angetrunkenen Zustand wohl kein Auto fahren sollte, ließ ich es stehen und ging zu Fuß los, an eine Jacke hatte ich natürlich nicht gedacht, da ich eine solche im Auto kaum benötigt habe.
Anscheinend lag mir diese Nacht besonders schwer im Magen, oder ich hatte zu wenig im Magen um den Alkohol zu neutralisieren, jedenfalls fühlte ich mich entgegen meiner sonstigen Gewohnheit eher schlecht als recht. Man sollte annehmen, die frische Luft habe mir geholfen wieder etwas klarer und frischer zu werden, das einzige was sie jedoch bewirkte, war, dass ich kläglich zu frieren begann.

Das nächste was ich bewusst erlebte, waren zwei starke Arme und eine wohlige Wärme. Kurz darauf hörte ich Ayas Wutschnauben, welches mich wieder halbwegs in die Realität zurückbrachte. Ohne weiter nachzudenken, wie ich gerade nach Hause gekommen war, rappelte ich mich auf und tappte ins Haus. Erst in meinem Zimmer registrierte ich, dass ich ein Jackett in der Hand hielt und beäugte dieses skeptisch, ehe ich es erkannte.
Das durfte doch nicht wahr sein... vermutlich habe ich mich geirrt, aber das sah aus wie ein Jackett von Oracle. Aber es soll ja mehr Menschen auf der Welt geben, die maßgeschneiderte Kleidung tragen.

Trotzdem wurde ich das Gefühl nicht los, dass mich gerade der Leader von Schwarz nach Hause gebracht hat. Ein komisches Gefühl, aber ich wollte nicht weiter darüber nachdenken, vermutlich irrte ich mich.
Immer noch mehr tot als lebendig fiel ich in mein Bett, das Jackett einfach neben mir liegen lassend.

Als ich das nächste Mal aus einem diesmal an Bewusstlosigkeit grenzenden Schlaf erwachte, war es schon nach Mittag, wie mir auch mein protestierender Magen klar machte. Erneut verschob ich das Nachdenken und ignorierte das Jackett, zuerst einmal wollte ich jetzt eine Kopfschmerztablette und etwas zu essen.

Ich entging Ayas vorwurfsvollen Blicken indem ich mich gleich wieder in meinem Zimmer verschanzte, nach arbeiten war mir im Moment einfach nicht... Aber irgendjemand im Laden hat wohl Hasenohren oder so, jedenfalls kam wie auf Befehl Omi in die Küche um sich zu erkundigen, ob ich wieder okay sei. Es schien mal wieder die Runde gemacht zu haben, dass ich alleine nicht nach Hause gekommen bin.

Ich wuschelte dem Chibi durch die Haare und versichterte ihm mit meinem typischen Grinsen, dass ich soweit wieder munter sei.
Und weil er gar so besorgt aussah, bin ich ihm schließlich in den Laden gefolgt und habe den restlichen Nachmittag noch ausgeholfen, was auch Ayas Laune wieder etwas zu besänftigen schien.

Nun haben wir gerade geschlossen und während ich auf das Abendessen warte, sitze ich hier im Wohnzimmer mit Kens und Omis Gelächter im Hintergrund, die vor ihrer Playstation sitzen.
Das Jackett liegt immer noch oben in meinem Zimmer, bisher habe ich es geschafft nicht weiter darüber nachzudenken. Ich sollte bei nächster Gelegenheit im Club nachfragen, vielleicht findet sich ja mein ominöser Helfer. Vielleicht war es aber auch Oracle...
Vielleicht sollte ich auch das Denken einfach lassen, wenn nur so komische Sachen dabei rauskommen
3.6.06 18:12


Sonntage sind das einzig angenehme an der Woche...

Gestern Abend hatte ich zwar immer noch Kopfschmerzen, aber mit fortschreitender Stunde habe ich es immer weniger im Haus ausgehalten... Kein Kater hält mich davon ab auszugehen, vor allem nicht, wenn ich Angst vor dem Schlaf habe...

Ich hatte mir zwischenzeitlich eingeredet, dass das Jackett irgendjemandem gehört, aber nicht Oracle. Blöd nur, dass mir das Parfüm so schrecklich bekannt vorkommt... ( Ja, ich habe in meiner Verzeiflung daran gerochen, ich will schließlich wissen, wer mich nach Hause gebracht hat... okay, vielleicht will ich es auch lieber nicht wissen... )

Auf jeden Fall habe ich die Jacke hinten in meinen Seven gelegt und bin zum gleichen Club wie die Nacht davor gefahren. Warum sollte Oracle mir geholfen haben? Welches Interesse hätte jemand wie er, gerade mir zu helfen? Und dann auch noch in so einer Situation?

Halt, Moment. Das war ja gar nicht Oracle. Und es soll ja auch nette Menschen geben.

Aya hat ja gemeint, er habe niemanden gesehen... Schon komisch, wer bringt jemanden nach Hause ohne sich zu zeigen? Oracle hätte natürlich einen Grund gehabt, nicht vor Aya zu stehen, als dieser die Tür geöffnet hat.
Aber der wars ja nicht. Macht ja auch keinen Sinn.

Jedenfalls habe ich als erstes dort im Club nachgefragt, ob irgendjemand etwas gesehen oder gehört hat, jemanden kennt, der mir vielleicht nachgegangen ist, oder so. Aber Fehlanzeige.
Vielleicht würde mich derjenige ja auch entdecken und ansprechen, also blieb ich in diesem Club. Und wenn nicht... tja dann musste ich das Jackett wohl behalten.

Die Nacht war nicht besser oder schlechter als die letzte... aber sie hat ihren Zweck erfüllt. Ich hatte so viel Alkohol intus, dass ich traumlos schlafen konnte, aber nicht so viel, dass ich nicht mehr nach Hause gekommen wäre. Dass ich meinen Wagen stehen lasse, ist für den Clubbesitzer schon nichts neues mehr.

Gegen 5 fiel ich in mein Bett und habe bis nach 15 Uhr erstmal durchgeschlafen. Ich hatte die Erholung nötig gehabt, auch wenn ich wieder nur missbilligende Blicke von Aya geernet habe, als ich gegen 16 Uhr mal runtergekommen bin.

Aber das ist mir egal, es ist Sonntag und wenn ich so die Nächte alptraumfrei überstehe und nicht zu viel nachdenken muss, ist mir das nur recht.
Frühstück und Mittagessen habe ich natürlich verschlafen, aber sonderlichen Appetit hatte ich sowieso nicht nach dem Aufwachen, was auch nicht weiter verwunderlich ist... Zumindest habe ich heute keine Kopfschmerzen und ich denke, dass ich heute Nacht wieder relativ normal schlafen kann... ich hoffe es jedenfalls... *seufz*

Wie man sich also denken kann, habe ich heute nicht viel getan, außer geduscht und mich in meinem Zimmer verschanzt. Ich glaube ich habe heute bereits eine ganze Schachtel Zigaretten weggeraucht... Und Löcher in die Luft gestarrt... weil es sich verdammt nochmal gut angefühlt hat, von jemandem im Arm gehalten zu werden, vor allem wenn man friert... Selbst wenn dieser jemand das nur aus einem Anfall von Barmherzigkeit getan hat, so habe ich mich doch wohl gefühlt... wohler als jetzt hier alleine am Fenster...

Aber was solls, ich sollte aufhören zu grübeln und mich nach einer Umarmung zu sehnen, die ich ohnehin nie wieder erfahren werde.

Jetzt werde ich erstmal etwas essen, sonst klappe ich am Ende wirklich noch zusammen, ich fühle mich sowieso schon so schlapp und... ausgehöhlt. Irgendwie.

Und morgen ist schon wieder Montag, da ists dann für eine Woche wieder vorbei mit rumhängen...
4.6.06 18:16


Ich hasse Montage...

Der Sonntag ging eher schleppend zu Ende, dieses Gefühl von Ausgehöhltheit jedoch nicht, eher scheint es sich gesteigert zu haben...
Ich habe gestern definitiv zu viel geraucht, die Luft in meinem Zimmer stand regelrecht, beinahe hätte man sie in Stücke schneiden können. Also habe ich erstmal das Fenster aufgerissen und auch die Nacht über aufgelassen. So langsam wird es ohnehin mal Zeit, dass die Temperaturen sich der Jahreszeit anpassen, immerhin ist beinahe Sommer und diese Temperaturen da draußen lassen eher an Winteranfang denken.

Aber gut, ich habe jedenfalls die Nacht zu Hause verbracht und auch verhältnismäßig gut geschlafen. Ein besonders wirrer Traum war diese Nacht zwar darunter, aber ich bin zumindest mal nicht total panisch und schweißgebadet aufgewacht.
Wobei... vielleicht sollte ich vor diesem Traum mehr Angst haben, als vor allen anderen... weil bitte, welcher normale Mensch träumt von seinem Gegner? Na gut, von ihm träumen tun vielleicht mehrere, aber wer träumt davon, wie er von ihm gerettet wird? Beschützt wird? So verdammt umwerfend angelächelt wird?

Stop. Habe ich das da oben wirklich getippt? Ich glaube ich sollte einen Psychiater aufsuchen... wobei der mir dann nur wieder erzählt, dass das alles ganz normal wäre und bla. Also lasse ich das lieber bleiben.

Auf jeden Fall fühlte ich mich im Vergleich zu den letzten beiden Tagen wieder etwas besser, bzw. konnte mich wieder leichter zusammenreißen. Zumindest sah Omi beruhigter aus, als er mich heute kurz vor Mittag sah, weil ich mich doch mal aufgerappelt hatte um wenigstens diesmal zu Mittag zu essen.
Nicht dass ich mit den Gedanken beim Essen gewesen wäre. Dieser Traum machte mich total fertig irgendwie. Und trug nicht dazu bei, dass dieses Gefühl von Ausgehöhltheit sich besserte.

Eigentlich wollte ich noch meinen Wagen holen gehen, aber das habe ich nicht mehr gebacken bekommen vor meiner Nachmittagsschicht, wollte das also gleich nach eben dieser erledigen.

Dazu kam es dann aber doch nicht.

Es war gerade keine Kundschaft im Laden und ich lehnte, zugegebenermaßen dummerweise, an der Tür und wollte eigentlich gerade eine rauchen gehen, als sich die Tür plötzlich öffnete und mir so den Halt raubte.
Anstatt den eintretenden Kunden über den Haufen zu fallen, fing mich dieser auf.
Na gut, es gibt ja Menschen mit guten Reflexen, die in der Lage sind mich zu halten... aber der Schlag traf mich in dem Moment, als mir der Duft des Parfüms in die Nase stieg.

Als dann auch noch eine mir nicht unbekannte Stimme fragte "Wird es nun zur Gewohnheit, dass ich dich aufsammle und trage?" erstarrte ich erstmal zur Salzsäure.
Zugegeben, das ist keine sehr professionelle Reaktion für einen Killer, aber ich konnte nichts tun außer ungläubig in Oracles Gesicht schauen.

Ich konnte mir zwar denken, warum er gekommen war, aber da sich niemand wirklich rührte fragte er doch mal, ob er nicht sein Jackett wieder haben könne.
Er schien recht amüsiert, hielt mich aber weiterhin, weil ich mich wohl sonst vollkommen unelegant abgelegt hätte. Als ich das realisierte löste ich mich langsam von ihm... ich war auch versucht ihm zu danken, begann aber gleichzeitig immer noch recht überrumpelt zu erklären, dass sich dieses in meinem Wagen befinden und dieser wiederum vor dem Club stehen würde.

Bevor ich noch genaueres erläutern konnte schnappte er mich am Arm und schleifte mich in seinen Wagen, da half auch kein Protestieren weder meinerseits, noch von Seiten der anderen, die dem Wagen nur noch hinterhersehen konnten.

Als ich dann erstmal in seinem Wagen saß konnte ich nicht umhin mich ein wenig darin umzusehen. Fliehen konnte ich ja sowieso nicht und das hätte wohl auch recht lächerlich gewirkt, da er anscheinend ja nur seine Jacke wieder haben wollte.
Unnötig zu erwähnen, dass mir gerade in diesen Minuten, die ich im Auto neben Oracle verbrachte, mein Traum nur überdeutlich in meinen Gedanken herumspukte.
So verlief die kurze Fahrt schweigend, was meine Nervosität immer weiter anwachsen ließ. Wirklich Angst hatte ich keine vor ihm, viel eher vor mir und meinen Gedanken...

Dementsprechend nervös sprang ich auch aus seinem Wagen und versuchte meinen aufzuschließen, um ihm möglichst schnell sein Jackett zu geben, damit ich nicht weiterhin ständig in Versuchung geraten konnte, ihn anzustarren. Himmel, was ist nur los mit mir?!?

Irgendwann wurde mir der Schlüssel dann abgenommen und Oracle hat selbst aufgeschlossen, bevor ich den Schlüssel am Ende noch verbogen hätte. Er nahm sich sein Jackett und fragte dann doch noch tatsächlich, ob er mich zurückbringen sollte.
Ich schüttelte nur schnell den Kopf, noch so eine Autofahrt würde mir nicht gut bekommen, in keinster Weise.

Also ging er zu seinem eigenen Wagen zurück und hielt noch einmal mit heruntergelassener Fensterscheibe neben mir.
"Wenn du wieder vorhast dich so zu betrinken, dass du nicht mehr laufen kannst, sag vorher Bescheid."
Mit diesen Worten reichte er mir seine Visitenkarte und fuhr los.
Und ich stand vermutlich mit offenem Mund noch geschlagene 5 Minuten auf dem Parkplatz, ehe ich die Karte ohne sie genauer anzusehen einsteckte und nach Hause fuhr.

Was ich den anderen erzählen sollte, wenn ich zurückkam, wusste ich auch nicht, also hoffte ich einfach auf einen Gedankenblitz, wenn ich Aya wieder gegenüberstehen würde. Kaum dass ich vorm Koneko gehalten hatte sprang auch schon Omi nach draußen und schien wirklich erleichtert, mich wohlauf wiederzusehen.
Aya stand mit undefinierbarem Blick in der Ladentür als ich ausstieg und Ken wollte sofort wissen, was das hier eben gewesen sei.

Ich konnte ja schlecht erzählen, dass Oracle mich nach Hause gebracht hatte und dabei sein Jackett vergessen hatte...
Also murmelte ich etwas, von wegen er hätte uns nur ärgern wollen und es sei nichts weiter passiert und so, und die Frage nach der Jacke hätte keine Bedeutung gehabt und machte, dass ich in mein Zimmer kam.

Ich kann Ayas Blick jetzt noch im Rücken spüren, dass er mir das nicht abgekauft hat, weiß ich, zumal er das Jackett gesehen hatte in jener Nacht.
An Arbeit war jedenfalls nicht mehr zu denken, ich musste mich erstmal wieder beruhigen und mir eine plausible Erklärung für die anderen einfallen lassen... und am besten auch noch eine für mich.

Weder kann ich mir erklären, warum Oracle auf einmal ein Helfersyndrom entwickelte, noch, warum mir das gefiel.

Moment. Was habe ich da geschrieben?
Ja verdammt, und mir gefällt das auch noch.
Oh Mann, wie tief kann ein Mensch alleine eigentlich sinken? Oracle scheint das ja einen Heidenspaß zu machen, uns, und insbesondere mich, zu verwirren und total aus dem Konzept zu bringen.

Den Rest des Tages habe ich in meinem Zimmer verbracht (irgendwie tue ich das in den letzten Tagen ziemlich oft...) und habe mir die Visitenkarte angesehen. Bradley Crawford also... Naja, dass er Amerikaner ist, habe ich mir schon gedacht.

"Wenn du wieder vorhast dich so zu betrinken, dass du nicht mehr laufen kannst, sag vorher Bescheid."
Und was sollte ich nun damit anfangen?
Am besten gar nichts, war bestimmt nur ein Witz darüber, dass ich es alleine nicht mehr heim geschafft habe...

Es ist zwar ätzend, aber dieser Kerl verwirrt mich total. Ich bin vollkommen neben der Spur.

Was wollte ich? Ach ja, eine plausible Erklärung.

...
Shit.

Ich glaube ich verschwinde jetzt schnell wieder nach oben, bevor ich doch noch jemandem hier unten begegne...
Ken ist zwar beim Fußball und Omi ist auch weg, aber einer von beiden muss nur zurückkommen und mir begegnen, und schon hätte ich den Schlamassel. Und falls Aya gerade aus seinem Zimmer kommen sollte... nein, ich denke lieber nicht dran.

Jedenfalls werde ich jetzt hochgehen und jeden, der versucht mich zu erreichen erstmal ignorieren. Kann mich zur Not ja schlafend stellen, falls jemand reinkommen sollte.
( Ich verhalte mich wie ein Verräter... noch etwas worüber ich jetzt nachdenken sollte... )

Falls mir jemand einen sinnvollen Rat geben kann, nur zu, ich wäre dankbar.
5.6.06 19:35


Ein dienstreicher Dienstag...

Die eigentlich für Samstag anberaumte Krisensitzung hat sich dank meiner ständigen Abwesenheit und Abblockerei bis auf heute verschoben.
Aya hatte wohl keine Lust mehr, nur wegen mir zu warten, da er mich heute Morgen sehr früh geweckt hat - und zwar so, dass Widerstand zwecklos war.

Unnötig zu erwähnen, dass ich totmüde war. Zumindest hat er mich vorläufig mal nicht wegen gestern gelöchert, ebensowenig die anderen zwei. Vermutlich war das so abgesprochen worden.

Jedenfalls wollte Aya das jetzt endlich klären und Omi erläuterte uns nochmal genau, was wir die letzten Male an Informationen bekommen hatten und wie dann die Wirklichkeit ausgesehen hatte. Entweder haben wir nicht die volla Anzahl der Wachen erfahren, oder ihre Bewaffnung war stärker als angegeben. Beides Dinge, die uns das Leben hätten kosten können.

Aya gefällt das Ganze gar nicht. Und nicht nur ihm. Denn wer geht schon gerne drauf, nur weil die Informationen des Auftraggebers fehlerhaft sind?
Omi vermutete, dass Kritiker ein wie auch immer geartetes Problem haben können. Hacker, die extra falsche Datein liefern, oder dergleichen. Aya war da eher kritisch und ich glaube, er befürchtet, dass Kritiker uns unauffällig schwächen oder gleich ganz loswerden will. Keine angenehme Vorstellung...
Vielleicht ist da aber auch etwas ganz anderes im Gange, weil wir erfahren beileibe nie alles, was in der Organisation vorgeht.

Nach einiger Beratung beschlossen wir also, Manx einmal mit dieser Tatsache zu konfrontieren. Und uns dann ihre Erklärung dazu anzuhören. Danach konnten wir weiter sehen. Jedenfalls waren wir nicht gewillt, mit falschen Daten eine weitere Mission durchzuführen, das musste Kritiker klar sein.

Dass bei uns also momentan angespannte Stimmung herrscht, ist verständlich.
Nachdem wir das soweit geklärt hatten, schickte Aya Ken in den Laden und Omi zur Schule. Ich war immer noch alles andere als wach, aber das ließ mich aufmerken. Oha, jetzt kam sie also, die Frage nach gestern... Entweder war er taktvoller als ich bisher dachte, oder er wollte die anderen nicht beunruhigen. Sie waren vermutlich ohnehin schon genug verwirrt.
Und Aya stand einfach da und sah mich an. Sagte gar nichts und wartete nur, bis ich die Stille nicht mehr aushielt. Warum werde ich eigentlich wie ein Verbrecher behandelt?

Also habe ich Aya einfach erzählt, was ich wusste und vermutete. Dass Oracle mich nach Hause gebracht hatte und sein Jackett vergessen hatte, und dass er sich eben dieses gestern abgeholt hätte. Das waren die Fakten.
Getan hatte er mir nichts und ich erwähnte auch garantiert nicht, was er gestern zu mir gesagt hatte, oder dass er mir seine Karte gegeben hatte. Von meinen wirren Gedanken und Träumen ganz zu schweigen.
Er nickte nur und sagte immer noch nichts.
Also erklärte ich anhand meiner "Schwarz ärgert Weiß"-Theorie, was ich von der Sache hielt. Dass Mastermind ab und zu auf unseren Missionen auftauchte, dass Brad zweimal bei uns im Laden aufgetaucht ist...

Das schien sich wohl auch mit Ayas Meinung zu decken, denn er nickte noch einmal und entließ mich. Er wirkte recht in Gedanken, kein Wunder, wenn man bedachte, wie knapp mir momentan an der Grenze zum Tod lebten. Also stand ich auf und fragte ihn, was er jetzt zu tun gedenke.

Unser vorrangiges Problem waren die Fehlinformationen und da wollte er sich auch zuerst darum kümmern. Und wenn Schwarz seinen Spaß daran hatte, konnte er das schlecht unterbinden.

Das war alles was er sagte, ehe er an mir vorbei nach oben ging und vermutlich Manx anrief.

So schlimm wars also gar nicht gewesen, ich hatte mir mal wieder viel zu viele Gedanken gemacht... Es war ja nicht das erste Mal, dass Schwarz seine Spielchen mit uns trieb. Ich habe wohl einfach ein wenig überreagiert und mich in irgendwas reingesteigert, dass ich mich dermaßen verwirren ließ, nur von ein paar wenigen Sätzen, ein paar Gesten und einer Visitenkarte, die vermutlich noch nicht einmal echt ist.

Ich sollte also unbedingt mal etwas für mein Nervenkostüm tun, wenn ich mich so schnell dermaßen verunsichern ließ... Eigentlich hätte ich mal etwas Urlaub nötig, aber das hätten wir alle und das ist einfach nicht drin.

Irgendwie etwas erleichtert frühstückte ich eine Kleinigkeit und versuchte mit drei Tassen Kaffee meiner Müdigkeit beizukommen.
Und da ich schonmal wach war, habe ich mein Zimmer ein wenig aufgeräumt und das Bett frisch bezogen und überhaupt eigentlich nur sinnvolle Dinge getan. Anschließend war ich duschen und nach dem Mittagessen im Laden.
Kurz bevor wir schließen wollten, kam dann Manx vorbei und wir versammelten uns erneut im Keller.

Fazit des Ganzen: Kritiker wusste selbst nicht, dass die Informationen Fehler hatten und wurde erst durch mehrere Beschwerden mehrerer Agenten darauf hingewiesen. Passiert sei zum Glück nichts weiter, aber man arbeite seit dem Morgen daran, das Problem zu beheben und herauszufinden, wo die Lücke in der Informationsbeschaffung sei. Sie war zuversichtlich, dass alles schnell behoben sei und verabschiedete sich schließlich wieder.

Wir wissen jetzt zwar immer noch nicht, was genau da schiefgelaufen ist, jedenfalls werden wir erst wieder einen Auftrag bekommen, wenn die Daten wieder stimmen. So wie ich Kritiker kenne, wird das zwar nicht lange dauern, aber schon das Wissen zumindest mal heute und höchstwahrscheinlich auch morgen Nacht nicht auf einen Hit zu müssen, sorgte für etwas gelöstere Stimmung bei uns.

Heute Abend bin ich dann auch mal wieder unten geblieben und habe mit Omi und Ken einen Film geschaut, das hat gut getan. Und während ich hier tippe, zockt Omi Ken in einer Quizsendung ab... Selbst Aya hat sich hierher bequemt und schaut mal ein wenig fern.

Also ist jetzt wieder alles beim Alten und im Lot.

Zumindest sieht es so aus, aber irgendwie... fühlt es sich nicht so an. Zumindest nicht für mich. Ich rede mir zwar ein, dass Oracle das alles nur zu seinem Vergnügen getan hat, aber sein Blick wirkte so verdammt aufrichtig, als er mir die Karte gab...
Schwachsinn, alles Einbildung.

Ich werde mich jetzt noch eine Weile zu den anderen setzen und dann zur Abwechslung mal richtig früh ins Bett kommen, ich habe nämlich dank Ayas Weckaktion totalen Schlafmangel und gedenke, diesen Mangel schnellstmöglich zu beheben. Zumal auf die Träume jetzt wieder weg sind, zumindest mal wieder vorläufig.

Und die anderen haben auch nicht mehr weiter gefragt, vielleicht hat Aya nochmal mit ihnen geredet, ich weiß es nicht und es ist mir auch eigentlich egal. Ich habe zwar nichts falsches getan in dieser Hinsicht, aber irgendwie mies gefühlt habe ich mich trotzdem.

Und jetzt hab ich mal wieder Lust, unser Chibi zu ärgern und werde das auch gleich in die Tat umsetzen.
6.6.06 20:35


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