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Aussprache und Versöhnung…

Wie man dem Titel bereits entnehmen kann, ist soweit alles wieder in Ordnung und mir geht es dementsprechend auch wieder gut.

Also müssen sich meine zwei lieben Kommischreiber keine Sorgen mehr machen. Und ich will auch gerne genauer berichten, was seit Mittwoch noch geschehen ist.

Nach dem Eintrag am Mittwochmittag stand mir zuerst noch eine nervenaufreibende White-Day-Nachmittagsschicht bevor, die große Ähnlichkeiten mit dem Valentinstag hatte. Zumindest was den Lärmpegel in unserem Laden betraf. Aber ich will nicht mehr genauer daran denken, denn das steht uns erst wieder in einem Jahr bevor.

So kam es, dass ich mich am Abend schon recht früh in mein Zimmer verzog und mich erst einmal ein Stündchen mit einer Kopfschmerztablette hinlegte, da ich Brad so entnervt dann sicherlich doch nicht anrufen wollte. Zumal ich auch nicht sicher sein konnte, ob er schon von der Arbeit zurück war. Später habe ich ihn dann jedenfalls angerufen, als er allem Anschein nach in seinem Arbeitszimmer saß und ich nicht weiter störte.
Als ich mich meldete klang Brad erleichtert - ein weiteres Indiz für mich, dass es ihm wirklich Leid tat und keine böse Absicht gewesen war. Eigentlich dachte ich, dass wir die ganze Angelegenheit nun noch einmal in Ruhe besprechen und dann aus der Welt schaffen würden, aber Brad lenkte gleich ein, dass er wir besser persönlich reden sollten und da stimmte ich ihm auch zu. Außerdem schien er auch noch zu tun haben, und ich kenne ihn soweit, um zu wissen, dass er am liebsten immer alles gleich erledigt, damit es ihm nicht im Nacken sitzt.
Wir verabredeten uns für Freitagabend, wo er mich schön zum Essen ausführen wollte. Nun, da sagte ich sicherlich nicht nein und so beendeten wir kurz darauf unser Gespräch.

Wir hatten uns zwar noch nicht richtig ausgesprochen, aber ab dem Moment ging es mir schon wieder besser und ich konnte auch wieder wesentlich ruhiger schlafen in den folgenden zwei Nächten bis Freitag. An diesen Tagen passierte nichts Nennenswertes, sodass ich gleich mit unserem gemeinsamen Freitagabend fortfahre.

Auf Brads Bitte hin hatte ich mir einen der wenigen Anzüge, die ich besitze, angezogen und fuhr relativ entspannt und auch ein wenig neugierig zum vereinbarten Treffpunkt, wo Brad auch schon mit seinem Wagen auf mich wartete.
Ich denke wir haben uns beide gefreut, uns wieder zu sehen, aber in Anbetracht der Tatsache, dass wir unseren Streit noch nicht ausdiskutiert hatten, fiel die Begrüßung ein wenig kühler aus, als normalerweise.
Brad hatte eigentlich vorgesehen, dass wir erst schön essen und anschließend im angrenzenden Park spazieren gehen, wo man ungestört reden konnte. Und ich glaube, ich weiß auch woher diese Idee für diese Reihenfolge stammt; denn Brad kennt meine Essgewohnheiten wenn ich gestresst oder unausgeglichen bin.
Dennoch bat ich ihn zuerst um den Spaziergang, denn ich wollte nicht das ganze Essen lang so halb glücklich und halb unterkühlt zubringen. Also fuhren wir zu dem Restaurant, welches sich als jenes entpuppte, von dem ich ihm schon öfter vorgeschwärmt hatte, und gingen zunächst in den Park, welcher in Anbetracht der Jahreszeit beinahe menschenleer war.

Und da ich mich mittlerweile wieder abgeregt hatte und auch der Knutschfleck nicht mehr zu sehen war, verlief unser Aussöhnungsgespräch recht gut und problemlos. Ich ließ Brad diesmal die ganze Situation zu Ende schildern und begann innerlich den Kopf über mich selbst zu schütteln. Brads Entschuldigungen waren echt und meine Ängste erschienen mir auf einmal nur noch vollkommen überzogen und unfair Brad gegenüber. Er wollte natürlich auch meinen Standpunkt hören und meine Reaktion verstehen, sodass ich nicht umhin kam, diese unangenehmen Gedanken und Gefühle in Worte zu kleiden. Es widerstrebte mir zwar, da mir selbst klar geworden war, wie Unrecht ich Brad getan hatte und dass ich eigentlich derjenige sei, der sich entschuldigen müsse für all diese Zweifel.
Es hat mich selbst ein wenig erschreckt, wie leicht ich mich von solchen Zweifeln zerfressen lasse und dann immer gleich das Schlimmste befürchte. Ich schäme mich wirklich dafür, Brad in diesem Moment so wenig Vertrauen entgegen gebracht zu haben. Und dafür habe ich mich auch entschuldigt, nachdem ich endlich mit der Sprache herausgerückt hatte.

Und Brads Reaktion war ganz wunderbar, sodass er sämtliche Zweifel auf einmal aus dem Weg räumte. Denn er machte mir daraus nun keinen Vorwurf, sondern schien mich wirklich zumindest teilweise zu verstehen. Es schien ihm auch wirklich in gewissem Sinne Sorge zu bereiten, dass mich so etwas doch relativ Harmloses dermaßen aus dem Konzept brachte. Aber nicht Sorge im Sinne von, dass er meinte, ich sei überempfindlich oder dergleichen, sondern Sorge, weil es mir in Folge dessen nicht so gut ging. Dieser Mensch ist wirklich viel zu gut für diese Welt… Auf jeden Fall versprach er mir, dass so etwas sicherlich nie wieder vorkommen würde und auch, dass ich ihm wirklich vertrauen könnte, dass er mich nicht loslassen würde. Wie um diese Worte zu unterstreichen hielt er mich fest umarmt und ich kann mit Worten gar nicht ausdrücken, wie froh und erleichtert ich war, dass sich das alles sozusagen in Wohlgefallen aufgelöst hatte. Ich erwiderte die Umarmung ebenso innig und so kamen wir also schlussendlich zu dem Ergebnis, dass wir beide einfach nicht ohne einander können. Ich habe noch nie einen Menschen so geliebt und wurde auch noch nie so geliebt. Vielleicht ist dies auch ein Aspekt, der meine Ängste fördert, weil ich Brad wirklich unter keinen Umständen verlieren möchte… Auf jeden Fall haben wir diese Angelegenheit nun aus der Welt geschafft und waren beide froh und erleichtert.

Da es uns nun beiden leichter ums Herz war (und auch recht kalt), gingen wir also zurück und betraten das doch recht noble Restaurant. Ich selbst bin früher nur ganz selten an solch feinen Orten gewesen, weil ich mich dort nie zugehörig fühlte und dieses leichte Unwohlsein auch heute noch verspüre. Aber ich hatte viel Gutes über dieses Restaurant gehört und für solche unangenehmen Gedanken hatte ich ohnehin gar keine Zeit, denn meine gesamte Aufmerksamkeit galt Brad, der nun wirklich wieder richtig „zurück“ war und wohl so schnell auch nicht mehr nach New York fliegen musste. Während des Essens, das wirklich vorzüglich schmeckte, erzählte mir Brad mehr von seinem Heimatland und bot mir auch an, mich bei Gelegenheit einmal mit dorthin zu nehmen, was ich freudig annahm. Es war schön, ein wenig mehr über Brad zu erfahren, denn auch wenn uns die Liebe verbindet und wir uns doch schon recht lange kennen, so „kennen“ wir uns doch noch nicht richtig, weil uns bisher einfach immer die Zeit gefehlt hat. Ich erinnere mich mittlerweile wieder sehr genau an unsere immer sehr knapp bemessene gemeinsame Zeit im Sommer, denn ich habe diese Erinnerungen immer und immer wieder heraufbeschworen als ich sie wieder hatte. Zwar war Brad damals meistens derjenige, der etwas erzählt hat und ich nur der Zuhörer, aber es gibt sicherlich immer noch sehr vieles an Brad, das ich noch nicht weiß und noch wissen will.
Und ich bin nun zuversichtlich, dass wir uns beide noch wesentlich besser kennen lernen, auch wenn Brad im Vergleich zu mir wirklich sehr viel Arbeit hat, auch wieder nachts, wie er beiläufig erwähnte.

Auf jeden Fall war es ein ganz wunderbarer Abend mit gutem Essen und angenehmen Gesprächen sowie einem äußerst leckeren Wein, über den ich sogar vergaß, dass ich eigentlich noch mit dem Auto fahren musste. Im Endeffekt war das dann ohnehin egal, weil wir an diesem Abend nirgendwo mehr hinfuhren. Das heißt doch, mit dem Aufzug nach oben.
Ich hatte mich bereits vorher gefragt, warum das Haus, in welchem das Restaurant untergebracht war, so groß sei und bekam meine Antwort dann später, als sich herausstellte, dass es auch ein Hotel ist.
Denn je länger wir uns gegenüber saßen und gegenseitig in die Augen sahen oder einfach ab und zu einander beobachteten, desto stärker wurde auch die Sehnsucht nach dem jeweils anderen. So wurde das Essen des Nachtischs bereits eine recht heikle Sache, denn ich mit meiner Spielernatur konnte es natürlich nicht unterlassen so lasziv wie es in einem solchen Restaurant eben möglich war, mein mit Obststücken garniertes Eis zu essen. Was sich Brad nicht lange gefallen ließ, ohne es mir nicht in gewisser Weise „heimzuzahlen“. Jedenfalls verschwanden wir für manche Gäste wohl auffallend schnell von unseren Plätzen, kaum dass wir aufgegessen hatten. Bezahlen mussten wir nicht (was mir in diesem Moment sowieso gänzlich entfallen war…) da Brad die Rechnung am nächsten Morgen begleichen würde, zusammen mit dem Hotelzimmer, welches er bereits im Voraus gebucht hatte. Seine Visionen können schon praktisch sein…

Und so ging am Freitag auch mein Wunsch in Erfüllung, mich wirklich wieder an alles erinnern zu können. Mein ganzer Körper schien sich zu „erinnern“ und sehnte jede Berührung von Brads Fingern oder Lippen herbei, da diese gleichzeitig auch die Erinnerung an die Gefühle unseres ersten gemeinsamen Mals wachriefen. Wir beide haben diesen Moment herbeigesehnt und genossen unsere Nacht aus vollen Zügen, die uns für die lange Zeit der Enthaltung und Sehnsucht wirklich gut entschädigte. Es war wirklich der beste und erfüllendste Sex, den ich je gehabt habe. Brads Lippen und Hände auf meiner Haut bringen mich bei der bloßen Erinnerung an die sanften Liebkosungen zum Schaudern. Ich habe noch nie so intensiv gefühlt und hoffe, dass ich Brad wenigstens einen Bruchteil dessen, was ich fühlen durfte, auch zurückgeben konnte.
Wer einen etwas genaueren Einblick erhalten möchte, sollte vielleicht den Eintrag vom 18.07. noch einmal lesen… denn unser Beisammensein war nicht weniger wundervoll als eben jenes.
Viel mehr übertraf es diese Nacht im Juli sogar noch… denn wie heißt es so schön? Versöhnungssex ist der beste Sex. Da scheint etwas dran zu sein.

Spät in der Nacht kamen wir zur Ruhe und ich kann gar nicht beschreiben, was für ein schönes Gefühl es für mich ist, in den Armen des Geliebten einzuschlafen und sogar in eben jenen wieder aufzuwachen. Das war eine absolute Premiere für uns und ich hoffe sehr darauf, dass wir auch in Zukunft noch viele Tage und auch Nächte miteinander verbringen können.
Im Übrigen habe ich Brad in dieser Nacht auch mehr als deutlich als „mein“ markiert und habe am Morgen feststellen müssen, dass nicht nur mein Hals, sondern gleich mehrere Stellen meines Körpers von solchen Malen gekennzeichnet waren. Was mich einfach nur stolz und glücklich machte.

Am Samstagmittag trennten sich dann unsere Wege mal wieder und ich fuhr zum Koneko zurück, um gut gelaunt zu meiner Schicht zu erscheinen. Ran schien sich seinen Teil zu denken und die anderen beiden waren wohl auch einfach nur beruhigt, dass es mir wieder so richtig gut geht.

Heute ist noch nichts Nennenswertes passiert, aber ich werde Brad später mal anrufen, da ich nun weiß, wann ich ihn am besten erreichen kann.

Sooo, Ende des rosaroten Eintrags, ich hoffe meine Leser haben keine Zahnschmerzen bekommen.


PS: Jetzt hab ich vollkommen vergessen zu erwähnen, dass ich Brad auch sein Valentinstagsgeschenk überreicht habe. Und zwar einen Gutschein für ein Theaterstück seiner Wahl, da ich seine Vorliebe für solche kultivierten Abendgestaltungen kenne. Und ich denke auch, dass er sich darüber gefreut hat.
Und ich habe von ihm ein ganz tolles Pflegeset aus New York bekommen mit einer hübschen Kette dazu. Und auch dieses Mal hat er mit dem Duft einen Volltreffer gelandet und ich freue mich schon darauf, die Sachen bald mal zu benutzen.
25.2.07 20:52
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Yu-chan / Website (1.3.07 20:43)
Hui, es freut mich zu hören, dass du eine solch schöne Zeit hattest =)
Zumal auch der Abschluss sehr nett war *grins* Ich kann mir gut vorstellen, wie schön dies für dich sein musste und dass das alles einfach toll war ^-^
Hoffentlich wird es so bleiben und noch viele wunderschöne Momente geben.

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